Berlin : Behörde zweifelt nicht am Hass des Predigers T.

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Bei der Islamischen Föderation gibt es offenbar keine Zweifel an den Äußerungen des Kreuzberger Imams Yakup T., der die Deutschen beschimpft hatte. Die Föderation habe jedenfalls „keinerlei juristische Anstrengungen“ gegen das ZDFMagazin Frontal 21 unternommen, sagte der Redakteur des Beitrags, Reinhard Laska, dem Tagesspiegel gestern. Innensenator Ehrhart Körting will den Imam ausweisen lassen. Yakup T., der seit Jahrzehnten in Deutschland lebt, klagt gegen die Ausweisung.

Die in der ZDF-Sendung „Frontal 21“ vom 9. November wiedergegebenen, die Deutschen verächtlich machenden Sätze sind noch immer auf der Internet-Seite des ZDF nachzulesen. Der Imam der Mewlana-Moschee hatte sich zunächst dafür entschuldigt, dann bestritt er die Beleidigungen. Trotz der Ausweisung ging er nicht gegen den Sender oder die Wiedergabe seiner Worte im Internet vor, wie Laska betont. Es habe sich auch niemand beim ZDF gemeldet und behauptet, der Imam sein falsch übersetzt worden. Dessen Worte waren in der Sendung laut Laska im Originalton hörbar; darüber sei die Übersetzung gesprochen worden. Die stamme von jemandem, „der Deutsch und Türkisch gleich gut“ spreche, sagt Laska.

Die Innenverwaltung äußert sich nicht zu den Quellen, die für die Ausweisung maßgeblich waren. Das sei wegen des laufenden Rechtsstreits nicht möglich, sagt Sprecher Claus Guggenberger. Der Innenverwaltung seien keine Originalaufnahmen aus der Moschee übergeben worden. Doch laut ZDF-Redakteur Laska wäre es möglich, wenn auch mühsam, den Originalton abzuhören und neu zu übersetzen – für den Fall, dass man der ZDF-Übersetzung misstraut.

Für die Abschiebung waren die Äußerungen des Imams nicht der einzige, sondern der letzte Grund. Bei einer Kundgebung auf dem Oranienplatz habe er sich anerkennend über Selbstmordattentäter geäußert und das Märtyrertum gelobt, sagt Guggenberger. Diese Äußerungen sind, wie berichtet, auch dokumentiert. Die Behörden verfügen über einen Mitschnitt. Yakup T.’s Entgleisungen in der Mewlana-Moschee zeigten der Innenverwaltung, dass der Imam als Hassprediger nicht einmal, sondern wiederholt in Erscheinung getreten ist. wvb.

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