Berlin : Behörden und Stadtreinigung sind sich uneins - droht ein langer Rechtsstreit?

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Die Sanierung der ehemaligen Deponie Wannsee steht weiter in den Sternen. Auch erneute Gespräche zwischen Senat und Berliner Stadtreinigung (BSR) brachten keinen Erfolg. "Die BSR ist nicht bereit, zu der Abdichtung zu stehen", sagte Peter Schirmer, Leiter der Abteilung Wasser und Boden bei der Senatsumweltbehörde. "Es geht um 20 Millionen." Die Stadtreinigung wolle eine preiswertere Lösung, deshalb sollen erneut Fachleute beraten. Gespräche auf "höherer Ebene" werde es erst wieder im Februar geben. Als "wichtigen Teilerfolg" wertete Schirmer allerdings, dass die BSR ab Frühjahr ein "Grundwassermonitoring" durchführen will.

Gar nicht zufrieden mit diesem Ergebnis zeigte sich Bezirksbürgermeister Klaus Eichstädt. "Es ist Quatsch zu überwachen, wie sich der Schaden weiter ausbreitet." Die Umweltverwaltung müsse die BSR endlich in die Pflicht nehmen. Bereits seit 1972 stehe fest, dass Schadstoffe aus der Deponie in das Grundwasser sickern. Verschiedene Gutachten, die vom Senat bis 1995 für sechs Millionen Mark in Auftrag gegeben wurden, kamen alle zu einem Ergebnis: Die Abdeckung der Oberfläche muss nachgebessert werden. Doch die BSR lehnt jede Haftung ab, seit der Schließung 1982 sei das Land verantwortlich. Der Senat hat deshalb im Juli 1999 die Sanierung angeordnet - wogegen die BSR klagte. "Ein Gerichtsverfahren kann Jahre dauern", sagte Schirmer. Darum wird weiter nach einer Einigung gesucht. Sollte das Monitoring allerdings Gefahr im Verzug ergeben, könnte es schneller gehen.

Auf die Deponie wurde von 1954 bis 1982 fast der gesamte Haus- und Industriemüll West-Berlins gekippt, darunter auch Sonderabfall. Im April 1999 hatte der Regierende Bürgermeister in einem Brief an Eichstädt zugesagt, auf eine schnelle Lösung zu dringen, "damit noch in diesem Jahr die erforderlichen Arbeiten begonnen werden können".

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