Berlin : Beim Hochhaus am Havelufer scheiden sich die Geister

Rainer W. During

An einem im Quartier Havelspitze der Wasserstadt Spandau geplanten, 14-geschossigen Hochhaus scheiden sich die Geister. Auch der Vorschlag des Investors Siemens, in den beiden unteren Etagen eine dringend benötigte Kindertagesstätte einzurichten, konnte die CDU/FDP-Mehrheit im Stadtplanungsausschuss nicht überzeugen. Bei einem Stopp der Planungen drohen dem Bezirk möglicherweise Schadensersatzforderungen in Millionenhöhe.

Im September hatte der Ausschuss in seiner alten Besetzung das Projekt noch unwidersprochen hingenommen. Um die Sichtbeziehungen zur Havel nicht zu beeinträchtigen, hat die Architektin Gesine Weinmiller einen fünfeckigen Bau entworfen, der mit einer gegenüber den ursprünglichen Planungen minimierten Grundfläche auskommt. Hier sollen rund 31 hochwertige Eigentumswohnungen entstehen. Die Kita bedeute für den Investor sogar einen Vermarktungsvorteil, sagte Wasserstadt-Geschäftsführerin Simone Raskob.

Während die SPD den Bau "begrüßt", möchten CDU und FDP zwar die Kita, aber maximal sieben Stockwerke. Das Quartier sei bereits in einer Dichte entwickelt, der man heute nicht mehr zustimmen würde, sagte auch Baustadtrat Carsten Röding (CDU). Bei einer Reduzierung der Geschosszahl könne das Bezirksamt "mitgehen". Doch dann stimmt für den Investor die Finanzierung nicht mehr, betonten die Vertreter der Wasserstadt GmbH. "Bei nur sechs bis sieben Geschossen wird Siemens die Rückabwicklung der Verträge beantragen", erklärte Simone Raskob.

Unterschiedliche Einschätzungen gibt es über die Konsequenzen. Nach Angaben von Baustadtrat Röding vertritt das bezirkliche Rechtsamt die Auffassung, dass nur bei einem kompletten Verbot der Bebauung des Grundstücks ein Anspruch auf Schadensersatz besteht. Die Ausschussmitglieder vertagten ihre Abstimmung ins nächste Jahr. Siemens hat sich verpflichtet, den Bau 2004 fertigzustellen.

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