Update

Berlin-Charlottenburg : "Aktenzeichen XY": Schüsse auf Kampfsportlehrer

Im Sommer 2015 fallen in der Uhlandstraße Schüsse, die Polizei rätselt. Am Mittwochabend war der Überfall im ZDF bei "Aktenzeichen XY" wieder Thema. Das LKA geht von einem versuchten Auftragsmord aus.

von
Alles hört auf Moderator Rudi Cerne.
Alles hört auf Moderator Rudi Cerne.Foto: dpa

Der Überfall liegt schon eine Weile zurück, er spielt in Charlottenburg, und er ist offenbar mysteriös. So mysteriös, dass er am Mittwochabend in der ZDF-Sendung "Aktenzeichen XY" ein Fall war.

Der Reihe nach: Es ist ein Montagabend im Juni 2015, da wird dem 42-jährigenwehrte Besitzer einer Kampfsportschule im Berliner Ortsteil Charlottenburg in den Arm geschossen. Der unbekannte Täter hatte die Schule in der Uhlandstraße gegen 18 Uhr betreten und eine Pistole auf den Kopf des Opfers gerichtet.

Der Kampfsportlehrer ließ sich von der Waffe aber nicht beeindrucken - und wehrte sich mit einem Boxhieb. Ein Schuss fiel und traf den Lehrer am Arm. Der 42-Jährige musste wegen der Schusswunde operiert werden. Laut Polizei schwebte er zu keinem Zeitpunkt in Lebensgefahr.

"Wer vermisst ein Damenfahrrad seit Juni 2015"?

Anders als zunächst angenommen handelte es sich bei dem Vorfall nicht um einen bewaffneten Raubüberfall, sondern um einem versuchten Auftragsmord. Das sagte eine Sprecherin des Berliner Landeskriminalamtes (LKA) am Mittwochabend in der Sendung. Jetzt wird vor allem nach einer 20 bis 30-jährigen Zeugin gesucht, die kurz nach der Tat eine Brille vor dem Studio gefunden und sie dort abgegeben hatte.

Das Damenfahrrad der Marke Hercules
Das Damenfahrrad der Marke HerculesFoto: Polizei Berlin

In dem Film, der nicht in Charlottenburg gedreht worden ist, stehen unter anderem zwei neue Details im Mittelpunkt. Da ist einmal ein Damenfahrrad, dass der Täter offenbar irgendwo gestohlen hat ("Die Polizei fragt: Wer vermisst dieses Rad seit Juni 2015?"). Dabei handelt es sich um ein Fahrrad der Marke Hercules. Dies hatte der Täter am Tatort zurückgelassen. Auch sei am S-Bahnhof Savignyplatz, rund 300 Meter vom tatort entfernt, eine Tasche gefunden worden, die der Täter offenbar dabei hatte - der Inhalt: "Schminkspiegel, Kaugummis, Sonnenbrille."

Die Polizei konnte bereits DNA und Fingerabdrücke des Täters sicher stellen, die Vergleichsperson fehle noch, hieß es in der Sendung. Hinweise nimmt das LKA unter 030 4664941200 entgegen.

Diese Tasche wird gesucht.
Diese Tasche wird gesucht.Foto: Polizei Berlin

Im Mittelpunkt steht ein grausamer Mordversuch

Es ist nicht der einzige Fall. Im Mittelpunkt steht eine Tat aus Nürnberg. Mehr als 20 Jahre nach dem grausamen Mordversuch an einem Ladenbesitzer setzt die Polizei auf die Mithilfe der Fernsehzuschauer. Die Ermittler erhoffen sich mit Hilfe der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY... ungelöst“ Hinweise auf den Angreifer des damals 54-Jährigen. Seit dem 7. Dezember 1995 fehlt von dem Messerstecher jede Spur.

Der Mann, der den kleinen Elektro-Laden damals nachmittags betreten hatte, gab vor, ein Weihnachtsgeschenk zu suchen. Dabei erwähnte er eine Tochter namens „Jennifer“. Kurz darauf fiel der Mann allerdings durch sein seltsames Verhalten auf. Völlig unvermittelt zog er dann ein Messer und verletzte den Ladeninhaber schwer.

Täter war 1995 30 bis 35 Jahre alt

Zwar betrat ein Stammkunde während der Tat das Geschäft, doch der Unbekannte konnte flüchten, ehe die Polizei eintraf. Zurück ließ der Täter einen beigefarbenen leeren Koffer und ein Panzerarmband. Der Ladeninhaber überlebte die Tat dank einer Notoperation mit Glück.

In der Sendung wurde auch ein Phantombild des Täters gezeigt. Der als schlank und gepflegt beschriebene Mann soll 1995 etwa 30 bis 35 Jahre alt und etwa 175 bis 180 Zentimeter groß gewesen sein. Er hatte dunkle, kurze Haare ohne Scheitel, einen Stoppelbart und sprach Deutsch mit fränkischem Dialekt.

Obendrein erhofft sich die Polizei neue Erkenntnisse zum zurückgelassenen Koffer mit mehreren auffälligen Aufklebern. Für Hinweise, die zur Ergreifung des Täters führen, gibt es eine Belohnung in Höhe von 5000 Euro. (mit dpa)

Vor mehr als 20 Jahren wurde der 13-jährige Stefan Lamprecht in Berlin ermordet - der Täter wurde nie gefasst. Bei "Aktenzeichen XY" war er Thema.