Berlin : Berlin liegt auch beim Verwaltungspersonal im Bundesdurchschnitt

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Als Beauftragter für den Hochschulhaushalt der FU Berlin möchten ich einige von Ihnen genannte Zahlen kommentieren:

Sie beziffern die Ausgaben aus der Landeskasse für die Hochschulen mit 1,4 Milliarden Euro im Jahr 2003. Diese Zahl beinhaltet nicht nur die laufenden Ausgaben für die Hochschulen und die Hochschulmedizin in Höhe von 1,16 Milliarden Euro, sondern auch alle investiven Ausgaben in Höhe von 68 Millionen Euro, Bauvorhaben in Höhe von 84 Millionen Euro, beispielsweise der Ausbau der Naturwissenschaften in Adlershof sowie die neue Philologische Bibliothek an der FU. Alle größeren Bauvorhaben werden durch den Bund zu 50 Prozent mit finanziert, so dass der tatsächliche Aufwand für das Land Berlin in diesen Fällen nur die Hälfte ist. Ein erheblicher Teil dieser Mittel dient der Berliner Strukturpolitik, um Stadtteile wie Köpenick und Adlershof aufzuwerten.

Weiterhin enthalten sind alle Sonderprogramme im Umfang von 38 Millionen Euro, die teilweise ebenfalls bundesfinanziert sind. In den laufenden Ausgaben sind auch die Pensionszahlungen und Beihilfen für die Beamten im Umfang von 87 Millionen Euro enthalten, ein Betrag, der in allen anderen Bundesländern zurecht nicht bei den Hochschulen ausgewiesen wird.

Bei den Gesamtkosten je Studienplatz vergleichen Sie die Berliner Universitäten mit den Hamburger Universitäten und den Universitäten in SchleswigHolstein. Studienplätze in den technisch-ingenieurwissenschaftlichen Fächern sind ungleich kostenintensiver als in den nichttechnischen Fächergruppen. In Hamburg gibt es die Technische Universität Hamburg Harburg, die jedoch deutlich kleiner ist als die Technische Universität Berlin, Schleswig-Holstein verfügt über keine Technische Universität. Diese Strukturunterschiede begründen im Wesentlichen die dargestellten unterschiedlichen Studienplatzkosten. Dies gilt ebenso für die Ausgaben je Professur.

Die Behauptung, dass es an Berliner Universitäten je Professur rund 40 Prozent mehr Verwaltungspersonal gibt als in Hamburg oder in Schleswig-Holstein, ist falsch: In der zitierten Studie wird nur das dezentral geführte Personal in Bibliotheken, Fachbereichs- bzw. Fakultätsverwaltung und den Sekretariaten der Institute betrachtet, so dass die stark dezentral organisierten Berliner Universitäten hier andere Werte ausweisen als die Universitäten mit großer zentraler Verwaltung.

Statistiken des Statistischen Bundesamtes belegen, dass die Berliner Universitäten im Vergleich zu den Universitäten anderer Bundesländer eher in einem mittleren Feld liegen. Gerade dieses Thema der angemessenen Ausstattung mit Verwaltungspersonal wird in den nächsten Monaten durch einen externen Gutachter beurteilt.

In zwei Übersichten stellen Sie Kenngrößen je 1000 Einwohner dar. Hier liegen die Stadtstaaten Bremen, Berlin und Hamburg an der Spitze, während die Flächenstaaten ganz andersartige Werte ausweisen. Unterstellt man das geplante Land Berlin-Brandenburg, so ergeben sich folgende Werte: Anzahl der Studenten je 1000 Einwohner: 20, Ausgaben je Einwohner: 243 Euro.

Das zukünftige Land Berlin-Brandenburg liegt hiermit etwa im Bundesdurchschnitt. gez. Peter Lange,

Kanzler m.d.W.b. der FU Berlin

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