Berlin-Neukölln : Schluss mit fettig: "Dandy Diner" ist geschlossen

Der Neuköllner Burgerladen zweier Modeblogger hat zugemacht - das Konzept soll an anderer Stelle weiter gehen.

Sima Djabar Zadegan
Zwei Modeblogger, ein gehypter Vegan–Imbiss – das Konzept könnte bald woanders starten. Foto: S. Zadegan
Zwei Modeblogger, ein gehypter Vegan–Imbiss – das Konzept könnte bald woanders starten.Foto: S. Zadegan

Mittag in Neukölln. Die Dönerbuden an der Karl-Marx-Straße sind gut besucht, die jungen Werbetexter und Freelancer sind hungrig. Nur vor der Hausnummer 9 läuft nichts: Obwohl es aus den hohen Fenstern grell pink leuchtet und das Schild mit den Öffnungszeiten zum Eintreten einlädt, ist der vegane Imbiss "Dandy Diner" jetzt geschlossen.

Noch im April war hier die Hölle los. Rund 800 Leute kamen zur Eröffnung, verstopften Bürgersteig und Mittelstreifen, bis die Polizei die Veranstaltung auflöste. Die Soja-Burger und Chia-Puddings waren heiß begehrt. Die Inhaber Jakob Haupt und David Roth, ihres Zeichens Modeblogger, sahen sich schon als Trendsetter der Berliner Gastro-Szene: Vegane Küche ohne "unsexy Weltverbesserungs-Touch."

Die Besitzer möchten weitere Filialen eröffnen

Anruf bei Jakob Haupt. "Keine Sorge, das wird nur alles größer und wilder mit Hilfe eines multinationalen Unternehmens", sagt er . Zurzeit würden die Besitzstrukturen geändert. Haupt und sein Kollege David Roth stünden mit Investoren im Gespräch, Namen wollen sie noch nicht nennen. Es sollten aber neue Filialen entstehen, auch in Kaufhäusern. Womöglich auch in anderen Städten. Der Name "Dandy Diner" bleibe bestehen. Im März 2017 sei die Eröffnung des ersten neuen Filiale, im darauffolgenden November die zweite Filiale geplant.

Weshalb der Laden in Neukölln geschlossen wurde, bleibt unklar

Warum bei all diesen Geschäftsaktivitäten der bestehende Imbiss in Neukölln geschlossen wurde, bleibt unbeantwortet. Auf den Plakaten, die seit einigen Tagen in den Fenstern des Diners hängen, ist nur von Investitionen in "neue Geschäftsfelder" die Rede, daher sei diese "Filiale" leider geschlossen. Das verwirrt nicht nur Chris und Clara, zwei Veganer um die 30 aus Kreuzberg. Gerade wollten sie Burger holen. "Da gibt es doch gar keine andere Filiale, oder?" Chris ist enttäuscht. "Das waren die besten Burger, gesund vegan, aber lecker wie bei McDonald’s. Doch mit dieser schwammigen Kommunikation gewinnt man keine Kunden."

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