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Berlin: Skandal um Polizei-Handys

Wie gelangten die Nummern der Gewerkschaftstelefone ins Internet? Die Polizei ermittelt.

Die Idee klang erst einmal gut: Die Gewerkschaft der Polizei (GdP) hat kürzlich allen ihren Mitgliedern ein Diensthandy angeboten, mit dem sie gratis untereinander telefonieren können. Vor allem bei Einsätzen, damit sie nicht immer ihr Privathandy benutzen müssen. Doch der Plan war offenbar nicht richtig durchdacht: Denn mit dem Handy bekamen die Mitglieder auch eine interne Telefonliste mit den Rufnummern aller 13 500 Gewerkschaftsmitglieder.

Diese Liste kursierte wochenlang im Internet, so dass jeder darauf Zugriff hatte. Somit auch Kriminelle, die nun die Handynummern der Ermittler herausfinden konnten: Verzeichnet sind auch Beamte von Spezialeinsatzkommandos, der Mordkommission und Ermittler, die für die organisierte Kriminalität zuständig sind. Verbrecher haben nicht nur die Chance, die Beamten per Handy zu bedrohen, sondern im Extremfall können sie deren Handys etwa bei Großeinsätzen auch orten lassen. Ein GdP-Mitglied, das anonym bleiben möchte, schrieb dem Tagesspiegel: „Ich kann es nicht gutheißen, dass die Namen plus Telefonnummern veröffentlicht werden und somit auch Verbrecher darankommen.“

Die GdP weist die Kritik an dem Datenskandal zurück. „Wir haben die Telefonliste nicht ins Netz gestellt. Sie war ursprünglich nur in einem geschützten Bereich lediglich Mitgliedern zugänglich“, sagte GdP-Landeschef Eberhard Schönberg. Er könne nichts dafür, wenn „irgendjemand die Liste dann ins Internet stellt“. Doch die Gewerkschaft habe sofort reagiert und die Internetplattform, auf der das Telefonbuch erschien, kontaktiert. „Die Liste wurde aus dem Netz genommen.“ Zudem würden alle Mitglieder nun gebeten, ihr schriftliches Einverständnis zu geben, dass ihre Nummer in der Liste erscheint. „Wer sich bedroht fühlt, weil die Liste nun schon kursierte, der bekommt selbstverständlich eine neue Nummer, die nicht veröffentlicht wird“, sagte Schönberg. (tabu)

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