Berlin-Spandau : Hitze am Sportplatz - kein Baum, keine Bank

Hier erzählt eine Fußballerin, 20, aus Spandau, was sie nervt, was sie schätzt an ihrem Bezirk. Nur eines versteht sie nicht: die Sache mit den Hockeyschlägern.

Leoni Havenstein, Fußballerin in Spandau.
Leoni Havenstein, Fußballerin in Spandau.Foto: privat

96 Ortsteile, 1000 Geschichten - viele davon erzählen wir in unseren Newslettern aus den 12 Bezirken (hier eine Leseprobe aus Spandau - kostenloses Abo unter www.tagesspiegel.de/leute). In der Rubrik „Unter Nachbarn“ im Spandau-Newsletter lassen wir immer Menschen zu Wort kommen, die in Spandau eine kleine Geschichte zu erzählen haben. Die letzten Male ging es um einen Buchautor der Siemensstadt, um einen Ehrenamtlichen der DLRG, dann den Chef eines Ausflugslokals. Diesmal: Leoni Havenstein, 20, Fußballerin aus Wilhelmstadt.

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Neulich im Tagesspiegel-Konferenzraum:  Wir besprechen die Themen das Tages, als der Kollege aus der Sportredaktion einen Gast vorstellt: „Leoni Havenstein, Praktikantin aus Spandau“. Na, dann kann sie auch gleich mal hier „Hallo“ sagen als Nachbarin.

Der beste Verein in Spandau „… ist natürlich meiner, der 1.FFV. Heißt: 1.Frauen-Fußball-Verein – und der erste Verein dieser Art, der auch eine Männermannschaft besitzt. Alle machen mit, weil es Spaß macht, sei es Vorstand oder Kassenwart. Wir spielen auf dem Sportgelände an der Ruhlebener Straße, also gegenüber von Ikea. “

Was sollte sich dort verbessern? „Erstens: Wir Fußballspieler dürfen uns dort nicht mit Fußballschuhen auf dem Hockeyplatz warmlaufen, weil das angeblich den Kunstrasen kaputt macht. Hallo?! Die schlagen mit ihren Hockeyschlägern auf den Boden ein – und wir sollen ihn mit unseren Schuhen kaputt machen? Nebenbei bemerkt haben Hockeyschuhe doch fast genau das gleiche Profil wie Fußballschuhe. Zweitens: Der Platz scheint Tonnen von Sand nur so anzuziehen, denn mysteriöserweise wird dieser nie weniger, sondern mehr. Bei jedem Gegner müssen wir uns im Voraus entschuldigen und ein paar mitleidige Blicke dafür ertragen. Drittens: Im Sommer ist es zu heiß und im Winter zu kalt. Der einzige Baum der Schatten gespendet hat, wurde gefällt und die Bänke waren irgendwann einfach weg.“

Und der schönste Ort in Spandau, abseits von Sportplätzen? „Auf einen beschränken kann ich mich nicht. Der Glienicker See ist toll, besonders die kleinen versteckten Orte, wo man fast nie – selbst im Sommer – eine Menschenseele trifft. Die Kladower und Gatower Felder, weil sie zu jeder Jahreszeit schön sind und man hier joggen, spazieren oder einfach nur die Sonne genießen kann. Aller guten Dinge sind drei – und deshalb ist der beste Ort, wenn man Lust auf andere Leute hat oder einfach den besten Burger Spandaus essen will: das Barfly bei mir im Kiez.“

Leoni Havensteins ersten Tagesspiegel-Text lesen Sie  hier: „Warum Mädchen Fußball spielen sollten“.

Wer soll hier als nächstes vorgestellt werden? Sie selbst? spandau@tagesspiegel.de

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