Berlin : Berlin verkauft erfolgreich Grundstücke Finanzsenator nahm 189 Millionen Euro ein

Matthias Oloew

Das Oskar-Helene-Heim in Dahlem, das Stadion der Weltjugend in Mitte, das Metropol-Theater am Bahnhof Friedrichstraße, sowie die Wannsee-Terrassen und der Müggelturm in Köpenick: Das sind die wichtigsten Immobilien des Liegenschaftsfonds, die in diesem Jahr verkauft werden sollen. Trotzdem kündigte Geschäftsführer Holger Lippmann am Mittwoch an, dass der Fonds am Ende dieses Jahres nicht so viel Geld an das Land wird abführen können, wie das 2004 der Fall war. 189 Millionen Euro gingen nach Abzug der Verwaltungskosten von rund zwölf Millionen Euro an den Finanzsenator. „Das sind 34 Millionen mehr als geplant“, so Lippmann.

Dass der Liegenschaftsfonds, der landeseigene Grundstücke und Häuser versilbern soll, nicht mehr so viel umsetzen kann, hat zweierlei Gründe. Da ist zunächst die schwierige Marktsituation. „Wir haben eigentlich nur noch im Bereich Einzelhandel Wettbewerb“, erklärte Vertriebsleiterin Susanne Klabe, „für alle anderen Grundstücke und Häuser findet sich oft nur ein Bieter.“ Der zweite Grund für die zurückgehenden Umsätze: Dem Liegenschaftsfonds gehen die Innenstadtgrundstücke aus, die zu hohen Quadratmeterpreisen verkauft werden können. Der Aufsichtsratsvorsitzende, Finanz-Staatssekretär Hubert Schulte, nannte zur Erläuterung einen statistischen Wert. Konnten 2001, dem ersten Jahr des Fonds, noch durchschnittlich 782000 Euro pro Kaufvertrag umgesetzt werden, waren es im vergangenen Jahr nur noch 232000 Euro.

Daran wird sich durch zusätzliche Grundstücke nichts ändern. Der Liegenschaftsfonds wird zu seinen 5000 Liegenschaften noch 3000 weitere Immobilien bekommen. Diese werden derzeit von den Bezirken verwaltet. Außerdem soll der Fonds auch Zwischennutzer suchen für Häuser, die mittelfristig unverkäuflich sind. Das können auch gemeinnützige Vereine sein, die keine Miete zahlen, aber Betriebs- und Unterhaltskosten tragen.

Das Oskar-Helene-Heim soll in einem zweistufigen Verfahren verkauft werden. Für das Stadion der Weltjugend steht der Käufer fest: Der Bund wird hier die neue BND-Zentrale bauen. Doch der Bund kauft erst, wenn die Planung unter Dach und Fach ist.

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