Berlin vor dem neuen Schuljahr : 1,5 Stunden für einen Förderschüler

Böse Überraschung in Wilmersdorf: Eine anerkannte Schule verliert plötzlich Lehrerstellen. Und andere Lücken entstehen, weil das Nachbarland auch nicht schläft. Aber einen Lichtblick gibt es doch.

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Die Grundschule am Rüdesheimer Platz in Wilmersdorf bekam jetzt die Nachricht, dass sie für Schüler mit Verhaltensstörung oder Lern- und Sprachproblemen nur noch 1,5 statt 2,5 Förderstunden pro Woche bekommt und daher Personal abgeben muss – obwohl sie Schwerpunktschule für Integration ist.
Die Grundschule am Rüdesheimer Platz in Wilmersdorf bekam jetzt die Nachricht, dass sie für Schüler mit Verhaltensstörung oder...Foto: Kitty Kleist-Heinrich

FÖRDERSCHÜLER

Der Lehrermangel wird verstärkt durch die Kürzungen bei der Integration. Die Grundschule am Rüdesheimer Platz in Wilmersdorf bekam jetzt die Nachricht, dass sie für Schüler mit Verhaltensstörung oder Lern- und Sprachproblemen nur noch 1,5 statt 2,5 Förderstunden pro Woche bekommt und daher Personal abgeben muss – obwohl sie Schwerpunktschule für Integration ist. Grund: Die berlinweiten Integrationsstellen reichen nicht für den Bedarf. In anderen Bezirken gab es bereits ähnliche Kürzungen.


SEITENEINSTEIGER
An den Schulen beginnen im August rund 230 Quereinsteiger. Eine Woche vorher erhalten sie einen „Crashkurs“ für die grundlegenden Verwaltungsaufgaben. Auf die Kritik der Schulleiter, dass es keine Unterstützung bei der sonstigen Einarbeitung der Quereinsteiger, die zum Teil nie vor einer Klasse gestanden haben, gebe, hieß es am Mittwoch, Senatorin Sandra Scheeres (SPD) plane eine „Entlastung für die Lehrkräfte, die Quereinsteiger betreuen“.


BRANDENBURG RUFT
Das Nachbarland lockt nicht nur mit der Verbeamtung sondern auch mit weniger Unterrichtsverpflichtung: Ab August 2014 müssen Grund- und Oberschullehrer eine Stunden weniger als in Berlin unterrichten, ab August 2015 gilt das auch für die übrigen Schulformen. Dadurch kann mehr Nachwuchs eingestellt werden. Wie viele Lehrer aktuell von Berlin nach Brandenburg abgewandert sind, kann das Ministerium in Potsdam noch nicht beziffern.

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