Berliner Abgeordnetenhaus : Gedenkminute für die Opfer vom Breitscheidplatz

Am Donnerstag soll im Abgeordnetenhaus eine Gedenkminute für die Opfer des Anschlags vom Breitscheidplatz stattfinden. Das kündigte Parlamentspräsident Wieland im rbb-Inforadio an.

Laura Hofmann
Menschen bleiben vor Kerzen und Blumen stehen, um der Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz zu gedenken.
Menschen bleiben vor Kerzen und Blumen stehen, um der Opfer des Anschlags auf den Weihnachtsmarkt am Breitscheidplatz zu gedenken.Foto: Maurizio Gambarini/dpa

Im Berliner Abgeordnetenhaus soll am Donnerstag mit einer Gedenkminute der Terror-Opfer vom Breitscheidplatz gedacht werden. Das hat Parlamentspräsident Ralf Wieland (SPD) am Montag im rbb-Inforadio angekündigt. Er selbst werde dabei auch einige Worte sagen.

Wieland äußerte sich auch offen für den Vorschlag, einen dauerhaften Gedenkort für die Opfer zu schaffen. Dafür sollte man sich aber Zeit nehmen. "Der Breitscheidplatz wird natürlich ein Ort sein, wo wir immer der Opfer gedenken - in welcher Form (...) mit einer Gedenktafel, einer Stele oder wie auch immer, da (...) sollten wir uns ein wenig Zeit lassen und das in Ruhe diskutieren."

Er mahnte auch mehr Zeit an, ehe man über eine größere Gedenkveranstaltung spreche. Es gehe darum, die Angehörigen einzubeziehen und auch die Menschen, die "jetzt noch in Krankenhäusern sind". Wünschenswert wäre, dass sie "in einem gesundheitlichen Zustand sind, wo sie an einer solchen Gedenkveranstaltung (...) auch selbst teilnehmen können".

Opfer enttäuscht von der Politik

Das Fehlen einer politischen Gedenkkultur war zuvor von Angehörigen der Opfer kritisiert worden. Betroffene und Seelsorger äußerten sich im Tagesspiegel enttäuscht über das mangelnde Engagement der Politik, was eine Anlaufstelle für Opfer und Angehörige angeht, sowie das Ausbleiben eines Staatsakts zum Gedenken der Opfer. Daraufhin haben mehrere Berliner CDU-Politiker ein würdiges Gedenken gefordert.

Was den Bundestag betrifft, so sollen nach Informationen des Tagesspiegels kommende Woche Gespräche zwischen den Fraktionen darüber stattfinden, in welcher Form das Parlament mit dem Anschlag am Breitscheidplatz umgehen will.

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