Berliner Ansichten : Haufen Arbeit

Belohnung für Hundekotsammler? Stefan Jacobs über Geld, das nicht nur auf der Straße liegt - aber womöglich stinkt.

Die ideale Erwerbsbiografie verlief einst vom Tellerwäscher zum Millionär. Das klappt schon deshalb nicht mehr, weil der Geschirrspüler das Rennen gemacht hat und seitdem bereits die erste Sprosse der Karriereleiter fehlt. Doch jetzt naht Ersatz aus Fernost. Nein, kein Blech aus China, sondern ein Geschäftsmodell aus Taiwan. Die Stadt Taichung zahlt 100 Dollar Belohnung für jedes Kilo Hundekot, das Sammler an einer speziellen Sammelstelle abgeben. Gut, es sind Taiwanesische Dollar, also umgerechnet nur 2,10 Euro. Aber in Berlin mit seinen „flächendeckend“ (Zitat BSR) 50 bis 55 Tonnen Hundekot pro Tag bedeutet dieser Tarif mehr als 100 000 Euro, die quasi auf der Straße liegen oder sogar schon transportfertig an der Schuhsohle kleben. Das ist viel lukrativer als der eine Euro, den ein FDP-Abgeordneter vor Monaten als Lohn pro gefangener Ratte ins Gespräch gebracht hatte. Schade, dass Thilo Sarrazin gerade unter Bewährung steht und die so möglichen Perspektiven Berlins deshalb nicht bewerten kann. Das Umweltamt in Taichung nimmt übrigens auch anderes Zeugs wie Styropor entgegen. Aber Vorsicht: Ein ganzes Kilo Styropor zu sammeln, ist ein echter Sch…job.

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