Berlin : Berliner CDU: Viel Krawall, wenig Tiefgang

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Berlin vor der Wahl Klaus Wowereits bester Wahlhelfer heißt Frank Steffel. Der Mann aus Reinickendorf, dem schönsten Bezirk von Berlin, macht viel - und viel falsch. Sein größter Fehler: Er hat sich einer Werbeagentur ausgeliefert, die zwar Eberhard Diepgen mit ein paar Turnschuhen Beine machen konnte, aber ihn, Steffel, gar zu gut ins rechte Bild setzt. Der Kandidat wirkt authentisch: Viel jungfröhlicher Krawall ohne Tiefgang. So lässt sich das bürgerliche Publikum nicht begeistern. Steffel, vor kurzem noch ziemlich unbekannt, soll in die Öffentlichkeit - um jeden Preis. Der höchste wäre, dass der Wahlkampf Stimmen kostet. Und danach sieht es aus. Wer eine Reihe mehr oder weniger Prominente zu lockeren, unverfänglichen Gesprächen einlädt, sie dann flugs und ungefragt zu "Beratern" adelt, hat stundenlang Erfolg. Bis zum nächsten Morgen, wenn die faule Absicht zu Tage tritt. In diesem Stil kann man einen schlechten Wahlkampf führen, aber nicht gut eine Stadt regieren. Als einen "deformierten Charakter" hatte Steffel Wowereit bezeichnet. Das ist das Niveau, das Steffels Helfer nun täglich zu unterbieten versuchen. Meist gelingt es. Sie hinterlassen Schadenersatzforderungen, Missverständnisse, Ärger. In diesem Klima fühlen sich Parteifreunde animiert, den Gegner eine "Politnutte" zu nennen. Nur von Politik ist nie die Rede.

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