Berlin : Berliner Chronik: 10. März 1976

Vor 25 Jahren berichteten wir:

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Mit Wirkung vom 1. April wird Berlin zum "überlasteten Siedlungsgebiet" erklärt. Am 31. Dezember 1972 hatten in Berlin noch 83 863 ausländische Arbeitnehmer gewohnt. Trotz des von der Bundesregierung am 23. November 1973 verhängten Anwerbestops für Gastarbeiter lag die Zahl am 31. März 1975 in Berlin bei 94 405, entsprechend einer Steigerung gegenüber 1972 um 13 Prozent. Die Zahl der ausländischen Arbeitnehmer sank im Bundesgebiet im selben Zeitraum um 2,7 Prozent auf rund 2,3 Millionen; 1974 wurden rund 1200 illegal in West-Berlin lebende Ausländer festgestellt. Die Dunkelziffer ist aber sehr hoch. Durch die Familienzusammenführung stieg der Anteil der ausländischen Wohnbevölkerung in Berlin innerhalb von vier Jahren sogar noch stärker als die Zahl der Gastarbeiter. Am 31. Dezember 1972 wohnten in Berlin rund 163 000 Ausländer, entsprechend einem Anteil an der Gesamteinwohnerzahl von 7,5 Prozent; am 31. Dezember 1973 waren es 178 000 (8,5), am 31. Dezember 1974 rund 191 000 (9,0) und am 30. Juni vorigen Jahres rund 189 000 (9,0). Bereits am 1. Januar 1975 hatte der Senat eine Zuzugssperre für Ausländer in den Bezirken Kreuzberg, Wedding und Tiergarten erlassen.

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