Berlin : Berliner Chronik: 30. Mai 1976

Vor 25 Jahren berichteten wir:

Vor 25 Jahren berichteten wir:

"Wir wußten zu Anfang selbst nicht, welches Ausmaß die Gewalttätigkeit in Familien angenommen hat", sagten zwei Frauen aus der Berliner "Projektgruppe Frauenhaus". Sie haben sich vorgenommen, für die Opfer solcher Gewalttätigkeit eine Zufluchtstätte aufzutun, die sie "Frauenhaus" nennen wollen. Wie brennend das Problem ist, zeigte sich vor kurzem, als nach einem Fernsehbericht über mißhandelte Ehefrauen Hunderte von Briefen und auch Unterschriftensammlungen mit dem Verlangen nach Hilfe an das Familienministerium in Bonn geschickt wurden. "Eigentlich beschämend, daß keine der Behörden, kein Sozialpolitiker oder dergleichen darauf gekommen ist, wie sehr so etwas gebraucht wird", wird aus dem Kreis der in Berlin um ein Frauenhaus bemühten Gruppe zu bedenken gegeben. Denn hier waren es schließlich Privatleute, die den Anstoß gaben und das Problem auf den Tisch legten. Ein wesentlicher Impuls kam von Frauen, die in Familien-Beratungsstellen arbeiten und feststellen mußten, wie wenig mit einem Rat auszurichten ist, wenn eine Frau ständigen Mißhandlungen ausgesetzt ist. Der Senat hatte sich auf Grund einer Anfrage des FDP-Abgeordneten Roloff ausführlich zu dem Problem geäußert und die Initiative für ein Frauenhaus begrüßt.

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