BERLINER Chronik SERIE : 5. Februar 1961 Jahre Mauerbau

Die DDR verschönert Berlins Stadtbild, aber reißt Schinkels Bauakademie ab

In Ost-Berlin wird ein Programm zur Verschönerung des Stadtbildes aufgelegt. Danach werden in Mitte zahlreiche Häuserfronten instandgesetzt. Beispielsweise in der Friedrichstraße, Chausseestraße, Invalidenstraße und Brunnenstraße, ferner im Viertel Oberwallstraße, Kur- und Kleine Jägerstraße. Fassaden sollen ausgebessert und neu verputzt, Läden modernisiert werden und auf abgeräumten Ruinenflächen sollen Grünanlagen entstehen. Private Haus- und Grundstückseigentümer müssen dafür staatliche Kredite aufnehmen. Andernfalls droht ihnen Notverkauf oder Enteignung.

Schinkels Bauakademie am Werderschen Markt soll offenbar abgerissen werden, sie scheint der SED nicht mehr ins Konzept zur Neugestaltung der Umgebung des Marx-Engels-Platzes (vormals Schlossplatz) zu passen. Denkmalpfleger verweisen auf bereits nachgebildete Backsteine und Schmucksteine. Der ursprünglich geplante Wiederaufbau der im Februar 1945 ausgebrannten Bauakademie gedieh nur bis zum Richtfest 1953, Meldungen über Abrisspläne wurden aber nach Protesten dementiert. 1962 wird der Rohbau dann doch abgetragen, um für den Bau des DDR-Außenministeriums Platz zu schaffen. Das wiederum wird dann in den neunziger Jahren abgerissen. Gru

» Mehr lesen? Jetzt kostenfrei E-Paper testen!

0 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben