Berlin : Berliner Dickschädel

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Als Wandschmuck haben sich die Werke des Berliner Cartoonzeichners OL schon lange etabliert. So ist in WGKüchen folgende Bildgeschichte beliebt: Liegen ein Mann und eine Frau im Bett. Sagt sie: „Komm Schatz, sag mir was Schmutziges.“ Antwortet er: „Küche“. Dass sein absurder, rotziger und gelegentlich für Außenstehende nur schwer nachvollziehbarer Humor auch die große Form aushält, zeigt OL jetzt in einem neuen Buch, das großspurig „Das malerische Werk“ betitelt ist. Es präsentiert in Kunstdruckqualität rund 30 Acrylgemälde und Aquarelle, auf denen die OL-typischen Dickschädel (vorgeschobener Unterkiefer, dumpfer Gesichtsausdruck, Strichelbeinchen) in skurrilen Momentaufnahmen festgehalten sind. Sie sitzen, inspiriert von den Gemälden Edward Hoppers, Bier trinkend auf ihren Betten und starren auf Berlins Fernsehturm, lesen im Abendrot die Zeitung ohne zu merken, dass sie sie verkehrt herum halten oder ziehen sich noch schnell drei Spuren Koks in die Nase („Winter in Berlin“). Für OL-Fans ein schönes Buch, für alle anderen eine irritierende Lektüre. lvt

OL: Das malerische Werk, mit einem Vorwort von Max Goldt, Edition Galerie Vevais, 29 Euro, 40 Seiten.

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