Berlin : Berliner Halbmarathon: Schwung in der Sache

Im letzten Jahr hatte der Halbmarathon über 8

Horst Milde (62) ist Cheforganisator des Berlin-Marathons und des Berliner Halbmarathons, der am kommenden Sonntag zum 21. Mal stattfindet. An dem Rennen, das aus dem Ost-Berliner Friedenslauf und dem Halbmarathon des SCC hervorging, werden erstmals seit der Wende über 10 000 Läufer teilnehmen. Das Gespräch führte Jörg Wenig.

Im letzten Jahr hatte der Halbmarathon über 8000 Starter, jetzt werden es über 10 000 sein. Wie erklärt sich dieser Zuwachs?

Zehn Jahre lang haben wir immer erwartet, dass die Begeisterung rund um den Berlin-Marathon auch auf den Halbmarathon übergeht. Für lange Zeit war es für uns unverständlich, warum dies nicht passierte. Bei der positiven Entwicklung seit dem vergangenen Jahr spielen mehrere Dinge eine Rolle. Wir haben viel Werbung für den Halbmarathon gemacht. Und der Service, den wir bei allen Rennen bieten und der beim Halbmarathon mehr und mehr dem Umfang des Marathons angepasst wird, spielt auch eine Rolle. Dazu kommt die Gunst der Stunde.

Inwiefern?

Es gibt in Deutschland eine Art Rückbesinnung auf das Laufen. Dieser gesunde Sport wird immer populärer. Das macht sich bei allen großen Läufen bemerkbar. Die Veranstalter müssen ihre Starterfelder limitieren und können irgendwann keine Nachmeldungen mehr annehmen, weil sie sonst unter dem Ansturm zusammenbrechen.

Diese Entwicklung müsste dem Halbmarathon ja auch eine finanziell deutlich bessere Position bringen.

Das stimmt. Wir haben in diesem Jahr ein Rekordbudget von etwa 400 000 Mark. Hinzu kommt auch, dass wir im vergangenen Jahr mit dem Tagesspiegel nur einen Förderer hatten. In diesem Jahr gibt es mit der Bewag und dem Kaufhof zwei Hauptsponsoren und drei weitere Partner. Durch diese deutlich bessere finanzielle Position ist es uns auch möglich, den Service zu erweitern.

Und das Rekordbudget dürfte sich auch in der Qualität des Laufes bemerkbar machen.

Davon gehe ich aus, wenn ich sehe, welche Läufer auf der Startliste stehen. Man kann das Budget zwar noch längst nicht mit dem des Berlin-Marathons vergleichen und schon gar nicht mit hochkarätigen internationalen Läufen. Aber hinzu kommt, dass unsere flache Strecke gute Zeiten zulässt. Deswegen sind wir sogar für den spanischen Weltklasseläufer Fabián Roncero interessant. Dass er startet, ist für uns ein Coup.

Wird der Halbmarathon eines Tages so groß und erfolgreich wie der Marathon?

Das ist möglich, zumal wir auch aus dem Ausland mehr Zulauf haben und jetzt erstmals über 50 Nationen registrieren. Es werden ja immer mehr Teilnehmer, so dass wir vielleicht schon in zwei bis vier Jahren so weit sein könnten. Es ist richtig Schwung in der Sache. Das Problem einer zweiten Massenveranstaltung à la Berlin-Marathon ist nur, dass sie auch organisiert werden muss.

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