Berlin : "Berliner: Mein New York"

hema

Bis zum 11. Januar 2002 kann man in der Amerika-Gedenkbibliothek die Foto-Ausstellung "Berliner: Mein New York" sehen - montags von 15 bis 19 Uhr, dienstags bis sonnabends von 11 bis 19 Uhr. Unter gleichem Motto hatten nach den Terroranschlägen in New York Berliner etwa 1000 private Fotos an die SFB-Abendschau geschickt, die einen Großteil davon vom 29. September bis zum 13. Oktober täglich unkommentiert zeigte - bewegend allein durch die wechselnden Gesichter vor der immer gleichen Kulisse. Eine Auswahl von etwa 300 Fotos zeigt jetzt die SFB-Ausstellung am Blücherplatz 1, dazu auch Briefe, in denen Berliner ihre Begegnung mit dem Big Apple schildern und ihre private Betroffenheit über den Anschlag. Denn aus welchem Bezirk sie auch irgendwann in ihrem Leben nach New York gekommen waren - fotografieren ließen sie sich dort alle vor der berühmten Skyline, die bis zum 11. September dieses Jahres für alle Zeiten unverrückbar schien.

Warm vermummelt im kalten Winter oder leger gekleidet im backofenheißen Sommer blicken sie auf den Fotos entspannt in die Kamera - allein, als Pärchen, als Freundinnen, auch als sechsköpfige Familie. Eine junge Frau aus Treptow zeigt schöne Beine, eine andere New-York-Touristin aus Nikolassee ihre witzige Kopfbedeckung à la Freiheitsstatue. Ein Friedenauer Pärchen posiert galant in Tanzhaltung und noch in Schwarzweiß, und ein Zehlendorfer steht vor Freude am Leben sogar Kopf - und immer mit dabei, die Zwillingstürme des World Trade Centers. Ein Symbol der Verletzbarkeit nannte sie SFB-Intendant Horst Schättle zur Ausstellungseröffnung in der Amerika-Gedenkbibliothek. Geladen waren dazu die Besitzer der ausgestellten Fotos und Schreiber der in einer Mappe präsentierten Briefe. "Möge die Stadt einen Weg aus der großen Trauer finden", liest man in einem.

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