Berlin : Berliner Sozialisten hadern mit dem Doppelnamen

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Zufrieden mit dem neuen Namen „Linkspartei“ ist wohl niemand in der Berliner PDS. Vorbehalte, wohin man hört, vom Landeschef Stefan Liebich über die PDSSenatoren bis zu den Berliner Bundestagsabgeordneten Gesine Lötzsch und Petra Pau. Einig sind sich die Berliner Sozialisten in der Erwartung, dass „PDS“ im Namen des Listenbündnisses auf regionaler Ebene erhalten bliebt. „PDS“ müsse auf dem Wahlschein zu lesen sein, hieß es. Ob der neue Name „Linkspartei“ mit einem Punkt oder einem Doppelpunkt oder mit einem Bindestrich der PDS vorangestellt wird, soll nun geprüft werden.

Landeschef Stefan Liebich konnte dem Namensvorschlag den Vorteil abgewinnen, dass er einen „Kompromiss“ mit der WASG darstelle. Immerhin bleibe die Option auf eine gestärkte bundesweite Linke bestehen, so Liebich. Die Berliner Sozialisten aber wollten „das Markenzeichen PDS“ auch in dem neuen Namen erkennbar erhalten.

Nur Sarkasmus hat PDS-Wirtschaftssenator Harald Wolf für den kommenden Doppelnamen „Linkspartei.PDS“ übrig. Seinem Sprecher Christoph Lang zufolge sagte Wolf: „Den Punkt finde ich gut.“ PDS-Gesundheitssenatorin Heidi Knake-Werner begrüße, dass das „historische Projekt“ nicht an einer Namensfrage scheitere, sagte ihre Sprecherin Roswitha Steinbrenner. Die beiden Bundestagsabgeordneten Gesine Lötzsch und Petra Pau gehen davon aus, dass „PDS“ im neuen Namen erkennbar bleibe, zumindest in Ostdeutschland. Es sei „ungeheuer wichtig“, dass die drei Buchstaben PDS „nicht einfach versteckt oder weggestrichen“ werden, sagte Gesine Lötzsch. Auf einem Parteitag am 17. Juli will die PDS über die Listenverbindung entscheiden.

Schon am 3. Juli wollen sich die Anhänger der WASG treffen. Zufrieden mit dem Verbundnamen ist man auch dort offenbar nicht. Dass „PDS“ erhalten bleiben soll, werde „diskutiert“, sagte Sprecherin Barbara Suhr-Bartsch. wvb.

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