Berliner Wohnungsmarkt : Noch mehr Ferienwohnungen vermietet

Nicht nur die Hotelbuchungen, auch die Vermietung von Ferienwohnungen in Berlin schreibt Rekorde: 6 Millionen Übernachtungen jährlich.

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Wer da wohl wohnt. In diesem Wohnhaus an der Wilhelmstraße wurden viele ehemalige Mietwohnungen zu Ferienwohnungen umgewandelt. Die Altmieter beklagen ständig wechselnder Nachbarschaft.
Wer da wohl wohnt. In diesem Wohnhaus an der Wilhelmstraße wurden viele ehemalige Mietwohnungen zu Ferienwohnungen umgewandelt....Foto: Kai-Uwe Heinrich

In keiner anderen Stadt Deutschlands vermieten die umstrittenen Portale Airbnb, Wimdu oder 9flats so viele Ferienwohnungen wie in Berlin. Mit sechs Millionen Übernachtungen in mehr als 4500 Privatunterkünften jährlich lag die Stadt nach einer Studie des Projektentwicklers GBI landesweit an der Spitze.

Konkurrenz für die Hotelerie

Damit machen die privaten Unterkünften dem Gastgewerbe Konkurrenz, weil diese Rekordzahl mittlerweile schon einem Fünftel aller offiziellen Übernachtungen in Hotels und Pensionen entspricht (rund 30 Millionen). Auch mit diesem Anteil an allen Übernachtungen liegt Berlin bundesweit vorne, deutlich vor Hamburg. Diese Entwicklung zeigt außerdem, dass die Instrumente des Senats im Kampf gegen die Ferienwohnungen bisher nicht wirklich greifen.

Drakonische Strafen drohen

Dass immer noch so viele Vermieter Wohnungen an Städtetouristen vergeben, zeigt, dass die Maßnahmen des Senats gegen Ferienwohnungen bisher nicht greifen. Dabei drohen drastische Strafen: Wer keine Genehmigung des Bezirks vorweisen kann, riskiert als Privatvermieter Bußgelder. Das Gesetz sieht Strafen von bis zu 100.000 Euro vor. Der Senat hatte außerdem die Portale rechtlich dazu verpflichtet, den Bezirksämtern Auskunft über Anbieter von Wohnungen für Touristen zu geben. Ab kommenden Monat soll der Markt außerdem verschärft überwacht werden. Dadurch ist die Gefahr größer geworden, bei der Zweckentfremdung der Wohnung erwischt zu werden.

Vor allem im Zentrum blüht das Geschäft

Vor allem in den zentralen Bezirken brummt das Geschäft mit den Ferienwohnungen: Mitte ist besonders betroffen und auch in Friedrichshain-Kreuzberg vermieten Wohnungsbesitzer gerne an Touristen. Die Hotelerie beklagen herbe Einbußen durch die unlautere Konkurrenz, weil die Wohnungen ja nicht durch die vielen Sicherheits- und Brandschutz-Vorschriften von Hotelerie-Betriebe belastet werden.

Ferienwohnungen verschärfen die Not am Markt

Der Senat will die illegale Vermietung von Ferienwohnungen beenden, weil diese Immobilien sonst dem regulären Wohnungsmarkt dauerhaft entzogen sind und dadurch die Wohnungsnot in der Stadt zusätzlich verschärft.

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