• Beschwerde-Portal für Berlin: Online-Ordnungsamt "Maerker" wird in acht Bezirken eingeführt

Beschwerde-Portal für Berlin : Online-Ordnungsamt "Maerker" wird in acht Bezirken eingeführt

Online-Service oder Verlockung zum Denunziantentum? Die Senatsverwaltung setzt offenbar auf ersteres: Das Online-Ordnungsamt "Maerker" soll es bald für weitere Bezirke geben. Ob Rattenplage, Schlaglöcher, erloschene Laternen oder illegale Mülldeponien - Bürger dürfen melden, was sie stört. Aber nicht alle machen mit.

Karoline Kuhla
Eine illegale Mülldeponie im Berliner Stadtbezirk Kreuzberg.
Eine illegale Mülldeponie im Berliner Stadtbezirk Kreuzberg.Foto: dpa

Bis Ende 2014 möchte der Senat das Online-Ordnungsamt „Maerker“ in acht der zwölf Bezirke einführen. Das teilte Innen-Staatssekretär Andreas Statzkowski (CDU) mit. Im Pilotbezirk Lichtenberg habe man gute Erfahrungen mit dem System gemacht, so Statzkowski: „Es wird von den Bürgern zunehmend als Möglichkeit erkannt, sich einzubringen.“

Im Internet können Lichtenberger Bürger seit 2011 Probleme melden – ob Rattenplage, Schlaglöcher, erloschene Laternen oder illegale Mülldeponien. Anhand einer Ampelanzeige ist für die Bürger dann nachvollziehbar, wie weit die Bearbeitung des Vorfalls fortgeschritten ist: Bei Rot ist die Meldung aufgenommen, bei Gelb wird die Meldung bearbeitet, mit Grün werden erledigte Beschwerden markiert.

Neben Lichtenberg haben auch Marzahn-Hellersdorf (seit Mai) und Tempelhof-Schöneberg (seit November) das Online-Portal eingeführt. Weitere fünf Bezirke sollen folgen. Bis dahin soll auch eine neue Software zur Verfügung gestellt werden. Zudem ist eine mobile Applikation für Handys geplant. Die Gesamtkosten in Höhe von 51 000 Euro trägt der Senat.

Mitte, Spandau, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg wollen "Maerker" nicht

Mitte, Spandau, Neukölln und Friedrichshain-Kreuzberg wollen Maerker vorerst nicht einführen. Und warum nicht? Nicole Gebell, Leiterin des Ordnungsamtes Neukölln, formuliert es so: „Der Argumentation, dass die Plattform eine erhebliche Prozessvereinfachung und Steigerung der Transparenz zur Folge hat, kann nicht gefolgt werden.“ Die bestehenden Zugangskanäle per E-Mail, Bürgertelefon, Fax oder Post wären ausreichend. Zudem bestehe die Sorge, dass sich wegen der unterschiedlichen Zugangskanäle Meldungen doppeln und zusätzliche Prüfung benötigen würden. Laut Statzkowski sind die Sorge vor personellem Mehraufwand und das Warten auf die neue Software weitere Ursachen für die Zurückhaltung. In manchen Bezirken werde das System gar nicht für notwendig gehalten. Doch je mehr Bezirke mit Maerker arbeiten, desto höher werde der Druck auf die restlichen.

Entwickelt wurde Maerker ursprünglich in Brandenburg. Und auch in Lichtenberg wurden laut Senatsverwaltung immer mehr Beschwerden gemeldet: Waren es im Oktober 2011 erst zwölf Fälle, wurden im Oktober dieses Jahres 47 eingereicht. Dabei betreffen gut 50 Prozent der Meldungen verschiedene Bereiche des Verkehrs, 20 Prozent Probleme mit Abfällen und rund acht Prozent Grünanlagen.

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