Berlin : Betrunkener rammte Polizeiauto

Wieder wurde ein nagelneuer BMW auf einer Streifenfahrt bei einem Unfall beschädigt

Jörn Hasselmann

Wieder hat es einen nagelneuen BMW der Polizei erwischt. In der Nacht zu Sonnabend fuhr ein stark alkoholisierter 63-Jähriger mit einem Peugeot auf einen fahrenden 5er-BMW hinten auf. Das Polizeiauto hatte auf einer normalen Streifenfahrt (also ohne Blaulicht) vor einem Fußgängerüberweg an der Johannisthaler Chaussee in Neukölln das Tempo etwas verringert – was dem Lichtenrader Autofahrer entgangen war. Ungebremst rauschte er kurz hinter dem Imbuschweg der Polizei um 4.20 Uhr früh ins Heck.

Der Polizeiobermeister am Lenkrad und seine Beifahrerin wurden leicht verletzt, konnten aber bis zum Eintreffen ihrer Kollegen die beiden betrunkenen Männer bewachen. Doch das war in dem Fall nicht schwer; wie es im Polizeiprotokoll hieß, war der Fahrer sogar „zum Scherzen aufgelegt“, der Beifahrer habe „einen ruhigen und sachlichen Eindruck“ gemacht – obwohl sie sich eigentlich ziemlich ärgern müssten, denn auch ihr Peugeot war wie die getroffene Funkstreife nagelneu, ebenfalls Baujahr 2003.

Doch das Scherzen verging den Männern: Beide mussten erst Blut abgeben und dann ihre Führerscheine. Denn der Beifahrer war der Halter des Peugeots 307, und da er die Trunkenheitsfahrt des 63-Jährigen duldete, verlor er ebenfalls seine Lizenz. Wieso der Autobesitzer dem stärker alkoholisierten Bekannten das Steuer überließ, entzieht sich der Kenntnis der Polizei. Der Schaden wird auf jeweils 5000 Euro geschätzt. Der BMW blieb mit „leicht deformiertem Heck“ im Dienst.

Seitdem die Polizei im Dezember 2002 hundert Streifenwagen vom Typ BMW 525 Diesel geleast hat, wurden immer mal wieder neue Fahrzeuge in schwere Unfälle verwickelt. Schon nach wenigen Tagen Einsatz, am Weihnachtsfest 2002, fuhr ein 85-Jähriger Rentner frontal in einen der BMW hinein – Totalschaden. Nach mehreren kleineren Unfällen raste Anfang Mai ein Betrunkener bei einer Verfolgungsfahrt mit der Polizei absichtlich auf der Straße des 17. Juni in einen quer gestellten Streifenwagen. Beim Aufprall war der Beifahrer des Rowdys getötet worden.

Die Polizei hatte sich für das Leasing der BMW entschieden, weil die Fahrzeuge sowohl bei der Anschaffung als auch im Unterhalt bedeutend billiger sind als die herkömmlichen VW-Bus-Streifenwagen. Und trotz der Totalschäden steigt die Zahl der BMW: Seit einigen Monaten fahren auch der Bundesgrenzschutz und die Autobahnpolizei 5er-Modelle.

0 Kommentare

Neuester Kommentar