Berlin : Beyschlagtunnel: Autobahn A 111 wird ein halbes Jahr zum Nadelöhr

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Von Montag an wird es auf der Autobahn A 111 durch den Tegeler Forst eng - und auf der Ruppiner Chaussee laut. Der erst 1987 eröffnete Beyschlagtunnel muss, wie berichtet, dringend saniert werden. Dazu wird jeweils drei Monate lang eine der beiden Tunnelröhren voll gesperrt; durch die andere fließt der Verkehr dann jeweils auf einer Spur in beide Richtungen. Das Tempolimit wird von 60 km/h auf 40 km/h herabgesetzt.

Die sonst für den Durchgangsverkehr gesperrte Ruppiner Chaussee wird während der Bauarbeiten zur "Bedarfsumleitungsstrecke" in beiden Richtungen - aber nur zwischen 6 Uhr und 22 Uhr. Die Planer rechnen damit, dass etwa zwei Drittel der rund 20 000 Autos, die täglich über die A 111 fahren, trotz der Engstelle im Tunnel auf der Autobahn bleiben und nicht die Alternativroute wählen. Vor allem Lastwagen sollen die Autobahn nicht verlassen. Die Verwaltung will mit dieser Doppellösung vermeiden, dass sich Autofahrer Schleichwege durch dicht bebaute Wohngebiete in Heiligensee suchen.

Nach Abschluss der Sanierungsarbeiten an der Fahrbahn im Tunnelbereich, die vor allem durch den Einsatz von Tausalz beschädigt worden ist, gibt es auf der Autobahntrasse auch mehr Platz. Die Fahrbahnen werden jeweils um einen halben Meter verbreitert, um in der Mitte eine Leitplanke errichten zu können, die zum Unfallschutz erforderlich sei, wie Stadtentwicklungssenator Peter Strieder (SPD) sagte. Dann wird der komplette Abschnitt auch förmlich zur Autobahn erklärt, der jetzt noch teilweise als Bundesstraße ausgewiesen ist. Den Bundesstraßenkompromiss waren die Planer beim Bau eingegangen, um im eingemauerten West-Berlin den Wald so wenig wie möglich in Anspruch nehmen zu müssen.

Gegen den Gegenverkehr auf der Autobahn und der Ruppiner Chaussee hatte sich der ADAC ausgesprochen. Er hatte vorgeschlagen, den Verkehr nach Norden zweispurig über die Autobahn zu führen und den Südverkehr ebenfalls zweispurig über die Ruppiner Chaussee zu leiten. Dann wäre es aber an den Kreuzungen eng geworden.

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