Sharing Economy leicht schräg : Teile und vermülle

Kaputter Schrank, Röhrenfernseher, Toilettenschüssel: alles in der Gehweg-Auslage. Wir haben freigiebige Nachbarn im Kiez und das Online-Ordnungsamt ist auch keine Lösung.

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Geschenkt. Toilettenschüssel auf Baumscheibe, noch unversehrt.
Geschenkt. Toilettenschüssel auf Baumscheibe, noch unversehrt.Foto: Markus Hesselmann

Die Sharing Economy arbeitet sich vor in den bürgerlichen Kiez. Da werden dem Nachbarn gesplitterte Schränke mit halb rausgerissenen Türen an den Vorgarten gestellt („Zu verschenken“), klobige Röhrenfernseher stehen – wohl für die hier durchaus anzutreffenden Analog-Nostalgiker – in der Gehweg-Auslage und zuletzt kam als ästhetische Dreingabe eine Kloschüssel hinzu. Weithin weiß glänzend liegt sie in der Baumscheibe und grüßt die Passanten.

Anders als bei Schrank und Fernseher stieß dieses Angebot auf Interesse. Brille und Deckel wurden einer Nachnutzung zugeführt (vielleicht auch nur sonst wo ins Gebüsch geworfen, sie sind jedenfalls weg). Teile der Schüssel wurden zertrümmert, der Torso firmierte als Aschenbecher, Keramik-Party im Kiez.

Einen Monat später: Brille und Deckel verschwunden, Schüssel zertrümmert und vermüllt, Flasche Piccolo abgelegt - zur Feier des einmonatigen Jubiläums der Meldung beim Online-Ordnungsamt?
Einen Monat später: Brille und Deckel verschwunden, Schüssel zertrümmert und vermüllt, Flasche Piccolo abgelegt - zur Feier des...Foto: Markus Hesselmann

Am 21. März ging übrigens die Meldung „Abgestellte Toilettenschüssel, Aschaffenburger Straße“ samt Foto ans „Online-Ordnungsamt“ Charlottenburg-Wilmersdorf. Status nach einem Monat: „In Bearbeitung“. Seit heute liegt ein Piccolo Rotkäppchen auf der Baumscheibe neben dem Klo. Eine Aufmerksamkeit zum Jubiläum?

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