Ausstellung im Bezirksmuseum : Die schöne, schlaue Gräfin

Im Museum Charlottenburg-Wilmersdorf ist jetzt eine emanzipierte preußische Frau der Star.

Wilhelmine Enke, die spätere Gräfin Lichtenau, auf einem 1776 entstandenen Ölbild von Anna Dorothea Therbusch.
Wilhelmine Enke, die spätere Gräfin Lichtenau, auf einem 1776 entstandenen Ölbild von Anna Dorothea Therbusch.Foto: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg / Roland Handrick

Um einflussreiche Frauen in Preußen geht es nicht nur in der neuen Ausstellung „Frauensache - Wie Brandenburg Preußen wurde“ im Schloss Charlottenburg. In einer Kooperation widmet sich das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf der Gräfin Lichtenau (1753 bis 1820, geboren als Wilhelmine Enke).

Die Sonderausstellung „Ein Leben für die Liebe & die Kunst“ in der Villa Oppenheim zeigt, dass die Tochter eines Hofmusikers von Friedrich dem Großen weit mehr als nur die Mätresse des späteren Königs Friedrich Wilhelm II. (1744 bis1797) war. Mit ihm hatte sie sechs Kinder, von denen aber fünf vor dem Erwachsenenalter verstarben.

So sah das nicht mehr existierende Charlottenburger Palais der Gräfin ums Jahr 1800 aus. Diese Radierung stammt vom Künstler Louis Serrurier.
So sah das nicht mehr existierende Charlottenburger Palais der Gräfin ums Jahr 1800 aus. Diese Radierung stammt vom Künstler Louis...Foto: Stiftung Preußische Schlösser und Gärten Berlin-Brandenburg / Daniel Lindner

Der damalige Kronprinz hatte Enke eine umfassende Bildung ermöglicht. Als die sexuelle Beziehung begann, war sie erst 15. Obwohl Friedrich Wilhelm dieses Verhältnis 1782 beendete, blieben beide „lebenslang engste Vertraute und beste Freunde“, wie Museumsleiterin Sabine Witt sagt.

Die Ausstellung zeigt nun auch, welchen Einfluss die 1794 zur Gräfin ernannte Frau auf die Kunst und Kultur hatte. Von ihr stammen unter anderem die Inneneinrichtungen des Schlösschens auf der Pfaueninsel und der Winterkammern im Schloss Charlottenburg sowie Teile des Interieurs im Potsdamer Marmorpalais. Außerdem förderte sie Künstler, Wissenschaftler und Intellektuelle. CD

Die Ausstellung läuft bis zum 13. März 2016 im Museum Charlottenburg-Wilmersdorf, Schlossstraße 55 (Di. bis Fr. 10 bis 17 Uhr, Sa. und So. 11 bis 17 Uhr). Der Eintritt ist frei.

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