Charlottenburg : Mierendorff-Insel kommt weiter im „Zukunftsstadt“-Wettbewerb

Die Charlottenburger Mierendorff-Insel bleibt auf dem Weg zur „Zukunftsstadt“. In dem bundesweiten Wettbewerb hat der Kiez die zweite Stufe erreicht.

Cay Dobberke
Die Spree an der Charlottenburger Mierendorff-Insel.
Die Spree an der Charlottenburger Mierendorff-Insel.Foto: promo/Holger Walkling

Das Projekt „Die nachhaltige Mierendorff-INSEL 2030“ hat es als eine von bundesweit 20 Kommunen in die zweite Phase des Wettbewerbs „Zukunftsstadt“ geschafft. Hinter diesem stehen unter anderem das Bundesministerium für Bildung und Forschung sowie der Deutsche Städtetag, der Deutsche Städte- und Gemeindebund sowie der Deutsche Landkreistag.

Jetzt können die Charlottenburger Bürger und Planer mit bis zu 200.000 Euro für die Umsetzung ihrer Vorhaben bis zum Jahr 2018 rechnen. Im Projektnamen steht „INSEL“ auch als Abkürzung für „innovativ, nachhaltig, sozial, empathisch, lebenswert“.

Die Zukunftswerkstatt sieht sich als „offene Institution, in der sich die kreativen Potenziale der hier Lebenden entfalten können“. Als zentrale Idee nennt man, „einen gemeinsam von Verwaltung, Politik und Einwohnerschaft getragenen Prozess fortzuführen“, um die Einwohner „zu qualifizieren und zu befähigen, ihr Lebensumfeld mit zu gestalten und mit zu verwalten“.

350 Bürger brachten Meinungen und Vorschläge ein

Dazu wurden auch vier bestehende Initiativen einbezogen. Es gab mehrere öffentliche Veranstaltungen, außerdem haben elf Experten und fachkundige Anwohner ein „Zukunftsteam“ gebildet. Insgesamt gingen bisher mehr als 350 Meinungen und Vorschläge von Bürgern ein.

Gefordert werden unter anderem mehr Radwege und Tempo-30-Zonen, ein Wochenmarkt mit regionalen Anbietern, ein Betreiberkonzept für „E-Mobilität“, Raum für längerfristige Kunst- und Kulturprojekte und ein „Mehrgenerationenhaus“ mit Wohngemeinschaften für Senioren und jüngere Menschen. Auch „preiswerte Mieten“ und „interessante Geschäfte“ stehen auf der Wunschliste.

Federführend ist der Verein DorfwerkStadt.

Initiative Bundesplatz scheidet nach erster Wettbewerbsrunde aus

Auch die Initiative Bundesplatz in Wilmersdorf hatte am „Zukunftsstadt“-Wettbewerb teilgenommen und war für die erste Runde ausgewählt worden. Weiter kam man jetzt nicht. Die Vize-Vorsitzende des Anwohnervereins am Bundesplatz, Sabine Pentrop, reagierte gelassen und gratulierte den Bürgern auf der Mierendorff-Insel.

Bereits vor dem Wettbewerb hatte die Initiative Bundesplatz im Jahr 2013 eine eigene „Zukunftswerkstatt“ organisiert und Ziele formuliert. Das Geld aus der zweiten Wettbewerbsstufe wäre vor allem „in Machbarkeitsstudien und Umfragen geflossen, es hätte nicht direkt in die Umsetzung gemündet“, sagt Pentrop.

Das Fernziel des Bürgervereins am Bundesplatz bleibt die Schließung des Autotunnels. Ob und wann es dazu kommt, ist offen. Dafür naht die Realisierung anderer Forderungen. Wie berichtet, soll es unter der Brücke der Stadtautobahn eine neue Beleuchtung geben. Auch das von Anwohnern gewünschte Geschwindigkeitslimit von 30 km/h auf den sogenannten Straßenspangen beidseitig des Platzes stehe kurz vor der Einführung, kündigte Verkehrsstaatssekretär Christian Gaebler (SPD) an. Außerdem hat die BVV Charlottenburg-Wilmersdorf das Bezirksamt auf Wunsch der Initiative gebeten, eine Verlagerung des Wochenmarkts in der Mainzer Straße auf den Bundesplatz zu prüfen.

Weitere Informationen unter www.nmi-2030.berlin

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