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Charlottenburg : „Stolperstein“ erinnert an Klaus Bonhoeffer

In Eichkamp ist ein „Stolperstein“ zum Gedenken an den Widerstandskämpfer Klaus Bonhoeffer verlegt worden. Weitere 13 Tafeln in Charlottenburg widmet die Initiative unter anderem dem Politiker Paul Hirsch.

Die Stolperstein-Initiative Eichkamp hatte für Dienstag, 23. Juni, an Klaus Bonhoeffers letzten Wohnsitz in der Alten Allee 11 eingeladen. Der Künstler und Gründer der europaweiten Stolpersteine-Initiative, Gunter Demnig, ließ die Gedenktafel in den Gehweg vor dem Haus ein.

Anschließend gab es eine Veranstaltung in der Erinnerungs- und Begegnungsstätte Bonhoeffer-Haus an der Marienburger Allee 43 in Charlottenburg. Dort las der Kuratoriumsvorsitzende des Hauses, der ehemalige Pfarrer Gottfried Brezger, aus dem Abschiedsbrief von Klaus Bonhoeffer an seine Kinder. Außerdem sprach ein Vertreter der Fluggesellschaft Lufthansa, bei der Bonhoeffer leitender Justiziar war. Zwei Musiker begleiteten das Programm mit Gitarren- und Oboenklängen.

Klaus Bonhoeffer war der ältere Bruder von Dietrich Bonhoeffer. Beide hatten sich am Widerstand gegen Hitler und den Nationalsozialismus beteiligt und wurden vom NS-Regime ermordet.

Weitere Stolpersteine

Demnig verlegte außerdem 13 Stolpersteine an der Charlottenburger Gervinusstraße 24, Ecke Sybelstraße und Kracauerplatz. Vier davon sind der Familie des sozialdemokratischen Politikers Paul Hirsch (1868 bis 1940) gewidmet, dessen Enkel Leopoldo Kahn aus San Diego anreiste. Auch Vize-Bezirksbürgermeister Carsten Engelmann (CDU) und Baustadtrat Marc Schulte (SPD) nahmen teil.

Zusätzlich wurde eine Gedenktafel für Paul Hirsch an der Wilmersdorfer Straße 15 enthüllt, wo er in den Jahren 1916 bis 1919 wohnte. Hirsch war unter anderem preußischer Ministerpräsident und Vize-Bürgermeister von Charlottenburg. In der Nazizeit wurde er wegen seiner jüdischen Herkunft verfolgt; seine Frau Lucie nahm sich 1941 das Leben, um der Deportation in ein Konzentrationslager zu entgehen. CD

Eine Übersicht der Stolpersteine in Charlottenburg-Wilmersdorf gibt es unter www.berlin.de/ba-charlottenburg-wilmersdorf/ueber-den-bezirk/geschichte/stolpersteine.

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