Helles Deutschland : Waschmaschinen für Flüchtlinge

Martina Schröder, 39, ist Mitgründerin von „Willkommen in Wilmersdorf“

Sophie Aschenbrenner
Martina Schröder hat die Helferinitiative „Willkommen in Wilmersdorf“ mitgegründet.
Martina Schröder hat die Helferinitiative „Willkommen in Wilmersdorf“ mitgegründet.Foto: Privat

„Ich habe vergangenes Jahr durch gute Freunde die Initiative „Willkommen im Westend“ kennen gelernt. Kurz vor Weihnachten kam dann die große Flüchtlingswelle, und in zwei Turnhallen im Bezirk sind Flüchtlinge untergekommen. In einer der beiden hatten wir schnell eine gut funktionierende Versorgung aufgebaut, doch wir hatten keine Ressourcen für die andere Halle.

Wir haben gehört, dass dort unhaltbare Zustände herrschen. Nach einem Treffen mit verschiedenen Vereinen und der lokalen Politik haben wir die Initiative „Willkommen in Wilmersdorf“ gegründet. Wir haben Deutschunterricht gegeben, Kinderbetreuung organisiert, Spenden gesammelt. Nachdem die Turnhalle im April geschlossen wurde, betreuen wir die Flüchtlingsunterkunft Brandenburgische Straße.

„Das sind unhaltbare Zustände“

Im August wurden Flüchtlinge im Rathaus Wilmersdorf untergebracht. In einem halben Tag mussten wir das gesamte Rathaus für sie herrichten. Das Rathaus wurde drei Wochen lang nur von Ehrenamtlichen betrieben. Die Struktur hat sich jetzt gefestigt, doch die Leute sind in alten Büroräumen untergebracht. Mittlerweile gibt es immerhin Duschcontainer in einer Nebenstraße.

Das sind unhaltbare Zustände. Gemeinsam mit der Hochmeistergemeinde haben wir für die Flüchtlinge dort Waschmaschinen und Trockner gespendet.

Es ist teilweise schlimm, die Schicksale der Asylsuchenden zu hören und direkt mit dem Elend konfrontiert zu werden. Die Menschen haben teilweise schlimme Verletzungen. Ich habe früher im Rettungsdienst gearbeitet und kann damit recht gut umgehen. Man muss eine gewisse Distanz wahren, um sich selbst zu schützen.“

Sind auch Sie in der Flüchtlingshilfe aktiv oder kennen Sie jemanden, den wir hier vorstellen sollten? Schicken Sie uns eine E-Mail an berlin@tagesspiegel.de
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