Museum Charlottenburg-Wilmersdorf : Wie die Gräfin Lichtenau verleumdet wurde

Gräfin Lichtenau (1753 bis 1820) war die Mätresse von Friedrich Wilhelm II., aber auch künstlerisch eine einflussreiche Person in Preußen – und wurde heftig angefeindet. Darum geht es am Donnerstag in der Villa Oppenheim.

Lasziv. Gräfin Lichtenau, porträtiert von Anna Dorothea Therbusch.
Lasziv. Gräfin Lichtenau, porträtiert von Anna Dorothea Therbusch.Foto: R. Handrick/SPSG

„Mit spitzer Feder – Pamphlete und Spottgrafiken auf die Gräfin Lichtenau“, heißt der Vortrag, zu dem das Museum Charlottenburg-Wilmersdorf in der Villa Oppenheim am Donnerstag, 5. November, ab 18 Uhr einlädt (Schlossstraße 55, Eintritt frei, Anmeldung erbeten unter Tel. 9029 24 106).

Die Museumsleiterin und Kuratorin der aktuellen Sonderausstellung über Gräfin Lichtenau, Sabine Witt, will die „Hintergründe der medialen Hasskampagne“ gegen die langjährige Vertraute und Mätresse des Königs Friedrich Wilhelm II. erläutern.

„Spott, Neid und Verachtung“ habe das Leben der aus bürgerlichen Verhältnissen stammenden Wilhelmine Enke begleitet, sagt sie. Nach dem Tod ihres Schutzherrn im Jahr 1797 sei eine „Flut an Spottgrafiken und Satireschriften“ über sie hereingebrochen.

Gräfin Lichtenau sei als geldgierig, machtversessen und verschwendungssüchtig denunziert worden: „Während die Gräfin den bürgerlichen Kritikern als Symbolfigur einer moralisch verwahrlosten Adelsherrschaft galt, demonstrierte die höfische Fraktion an ihrem Beispiel den unüberbrückbaren Abstand zwischen Geburtsaristokratie und sozialen Aufsteigern“. CD

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