Kampagne in Friedrichshain-Kreuzberg : Kampf gegen diskriminierende Werbung

Der Bezirk setzt sich gegen sexistische Werbung ein. Gleichstellungsbeauftragte Petra Koch-Knöbel gibt einen Handlungsleitfaden heraus.

Valerie Tischbein
Monika Herrmann (Grüne), Bezirksbürgermeisterin des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.
Monika Herrmann (Grüne), Bezirksbürgermeisterin des Bezirks Friedrichshain-Kreuzberg.Foto: Stephanie Pilick / dpa

Friedrichshain-Kreuzberg hat als erster Bezirk einen Handlungsleitfaden zum Umgang mit sexistischer Werbung veröffentlicht. Der Leitfaden soll auch als Vorbild für andere Bezirke und Gemeinden in Deutschland dienen, sich mit dem Thema kritisch zu beschäftigen, schreibt Bezirksbürgermeisterin Monika Herrmann (Grüne) im Grußwort. Bereits 2014 hatten sich eine Arbeitsgruppe zur Kampagne und eine Jury zur Intervention bei Verstößen gegen die Richtlinien gegründet. Seit 2015 gilt für den Bezirk ein Beschluss, der diskriminierende Werbung auf bezirklichen Werbeflächen verbietet.

Sexismus sollte nicht verkaufen

In Anlehnung an den in der Werbebranche geltenden Leitsatz „Sex sells“ (Sex verkauft sich) trägt die Broschüre den Titel „Sexism shouldn’t sell“. Neben einem von der AG erarbeiteten Kriterienkatalog zur Definition von diskriminierender Werbung enthält sie außerdem eine Liste mit Ansprechpartnern sowie eine Hilfe zur Beurteilung von Verdachtsfällen. Auch Vorschläge für Beschwerdebriefe zum Beispiel an den Deutschen Werberat sind enthalten.

Wann ist Werbung diskriminierend?

Den Kriterien zufolge ist Werbung beispielsweise dann als diskriminierend zu bewerten, „wenn durch die unterschiedlichen Haltungen der dargestellten Personen die Gleichwertigkeit und Gleichstellung von Personengruppen, insbesondere von Frauen, offen oder subtil in Frage gestellt werden“ oder „wenn Darstellungen bestimmte körperliche Merkmale als notwendigerweise zu erreichende Norm festlegen, indem sie Abweichungen als defizitär bewerten“. Dies ist der Fall, wenn die Werbung impliziert, dass Frauen und Männer sich nicht auf Augenhöhe begegnen können oder vermittelt wird, dass ein bestimmtes Körperideal zwingend für ein zufriedenes Leben ist.

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