Turnhallen in Pankow : Sanierung freigezogener Notunterkünfte läuft an

Nur noch eine von sechs Sporthallen des Bezirks Pankow wird als Notunterkunft genutzt. Noch sind aber auch die anderen nicht freigegeben. Immerhin gibt es nun einen Plan für die Sanierung.

Die Hallen leeren sich. In Pankow hat jetzt die Sanierung begonnen.
Die Hallen leeren sich. In Pankow hat jetzt die Sanierung begonnen.Foto: David Ebener/dpa

Torsten Kühne hat einen Plan. Als Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Gebäudemanagement muss sich der CDU-Politiker um jene Turnhallen in Pankow kümmern, die als Notunterkünfte für Flüchtlinge genutzt wurden. Jedenfalls um alle Hallen, die dem Bezirk gehören. Insgesamt waren sechs bezirkliche Sporthallen als Notunterkünfte genutzt worden. Die Halle der Grundschule im Hasengrund in der Fritz-Reuter-Straße in Niederschönhausen wird auch weiter von Flüchtlingen bewohnt. Die übrigen fünf sind "freigezogen", wie es im Behördendeutsch heißt.

Doch nicht nur die Schüler der ohnehin geplagten Hasengrundschule, die völlig marode ist und nun nicht einmal ihre neu errichtete Sporthalle nutzen kann, müssen weiter auf die Rückgabe ihrer Sporthalle warten. Auch die schon geräumten Hallen im Bezirk können bisher weder von Schulen noch von Vereinen genutzt werden. In drei Hallen wird zwar schon saniert, doch wann die Arbeiten beendet sein werden, ist unklar. "Pankow ist nicht der einzige Bezirk, der saniert, daher ist es zum Teil schwierig, Unternehmen für die Arbeiten zu finden", sagt Kühne. Eine Zwischennutzung schließt er aus.

Besonders nachgefragt sind für Hallensanierungen in Berlin Elektro- und Sanitärfirmen. Die Sporthallen waren für die Nutzung als Unterkünfte nicht ausgestattet. Vor allem gab es viel zu wenig Duschen und Toiletten für 100 oder gar mehr Bewohner. Entsprechend bildete sich Schimmel in den Sanitärräumen, der nun beseitigt werden muss. Oft muss die ganze Einrichtung ausgetauscht werden. Auch die speziellen Böden der Hallen wurden in Mitleidenschaft gezogen. Meist wurden sie zwar mit Spanplatten abgedeckt, doch die lösten sich nach einigen Monaten zum Teil aus, weil es in den Hallen feucht war. Nun kursieren in Pankow Gerüchte, die Sanierung werde sich womöglich noch ins nächste Schuljahr ziehen, weil es nur wenige Spezialfirmen für Sporthallenböden gebe. Dem widerspricht Kühne. "Ein spezielles Problem bei der Sanierung der Hallenböden ist mir nicht bekannt", sagt er. Den Stadtrat treibt eher um, dass viele Betriebe angesichts der starken Nachfrage die Preise in die Höhe treiben.

Grundsätzlich ist Kühne optimistisch, dass spätestens im neuen Schuljahr in allen Pankower Turnhallen wieder Sport betrieben werden kann. In manchen auch schon früher, vielleicht schon nach den Osterferien, sagt Kühne. Derzeit sieht sein Plan so aus: Im April sollen die Arbeiten im Bedeweg in Karow, in der Winsstraße in Prenzlauer Berg und in der Woelckpromenade in Weißensee abgeschlossen sein. Dort wird jeweils seit Januar saniert. Die Halle in der Smetanastraße in Weißensee soll bis Mai renoviert werden, die in der Wichertstraße in Prenzlauer Berg bis Juni. Wann die Halle der Grundschule im Hasengrund frei wird, ist noch unklar. Der vom Senat angepeilte angekündigte Termin, bis Ende März alle Hallen zu räumen, ist schon wieder fraglich.

Autor

Ulrike Scheffer schreibt für Pankow


Ulrike Scheffer lebt mit ihrer Familie in einer sogenannten Intelligenzsiedlung in Pankow-Niederschönhausen. Einst lebten hier Wissenschaftler und Künstler, die schaffende Intelligenz der DDR. Einige ihrer Nachbarn wohnen schon seit den 1950er Jahren in der kleinen Straße und können kaum fassen, wie sich ihre Umgebung verändert hat: exklusive Townhäuser, Privatschulen und Müttercafés. Die meisten nehmen es gelassen, denn bei all dem hat sich Pankow seinen eigenen Charme bewahrt. Und deshalb fühlen sich wohl auch die Neubürger hier wohl.

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