Bald Anträge aus dem Smartphone? : Eine Bürger-App für Spandau

Der Bezirksverordnete Emilio Paolini will alle Informationen aus dem Bezirk bündeln und neue Wege der politischen Kommunikation schaffen.

Rainer W. During
Der Bezirksverordnete Emilio Paolini entwickelte die Spandau-App.
Der Bezirksverordnete Emilio Paolini entwickelte die Spandau-App.Foto: During

Die Idee entstand eigentlich aus dem eigenen Informationsbedürfnis. Als Fraktionsvorsitzender der Piratenpartei in der Bezirksverordnetenversammlung will Emilio Paolini über alles informiert sein, was im Bezirk geschieht. Dazu suchte er eine App, „die alles bündelt und mir sagt, wenn etwas neu ist“. Die gab es nicht und so lag es auf der Hand, dass sich der Informationselektroniker, der seit mehr als 20 Jahren Software entwickelt und Mitinhaber einer in diesem Bereich tätigen Unternehmensgruppe ist, selbst an die Arbeit machte. Nach gut einem Jahr liegt jetzt das Resultat vor.

Alle Informationsquellen integriert

Die BürgerApp integriert alle Informationsquellen und Dienstleistungen in einer einheitlichen und simplen Oberfläche. Sie enthält ein kommunales Informationsportal aus Verwaltung, Politik und Wirtschaft samt Veranstaltungskalender, eine umfassende Liste aller Informationsquellen im Bezirk mit Verlinkung zu deren Webseiten und alle Kontaktstellen im Bezirksamt mit der Möglichkeit, dort unter Nutzung hinterlegter Textbausteine Meldungen zu machen. Eine Timeline bietet einen chronologisch sortierten Überblick über alle Geschehnisse im Bezirk, wobei Nutzer die Möglichkeit haben, sich nur bestimmte Interessensgebiete anzeigen zu lassen.


Bürgeranträge und Forderungen an die Fraktionen

„Derzeit laufen Gespräche mit interessierten Akteuren aus Spandau, woraus sich weitere spannende Funktionen für die BürgerApp entwickeln werden“, so Paolini. Geplant seien unter anderem ein Informationsbereich zur Situation der Freien Träger in der bezirklichen Jugendarbeit, die stärkere Einbindung von Unternehmen und Gastronomie sowie mehr Möglichkeiten zur politischen Partizipation. Hier denkt der Pirat daran, den Nutzern beispielsweise die Möglichkeit zu Bürgeranträgen und direkten Forderungen an Fraktionen zu geben.
Noch ist die BürgerApp nur im App Store für Apple-Geräte verfügbar, an der Version für Android-Smartphones wird gearbeitet. Paolini betreibt die Entwicklung als Hobby ohne Fremdfinanzierung. Für die Nutzer ist die App kostenlos.

Hier der Link zur App: http://politik.in-spandau.de/buergerapp/

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