Berlin-Spandau : Tanz die Bodenwelle: Hier ist das Piraten-Video

Bewegte Bilder mit Musikuntermalung: Jetzt wird die Delle in der Neuendorfer Straße auch noch zum Videohit auf YouTube und Facebook. Ihre langjährige Existenz verdankt sie indessen der Verkehrslenkung.

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Jetzt nicht abheben!
Jetzt nicht abheben!Screenshot: André Görke

Als Beweisfoto hat der Tagesspiegel die letzte Woche in der Bezirksverordnetenversammlung in ihrer Existenz so umstrittene Bodenwelle ja schon gezeigt. Doch jetzt kommt die Welle in Bewegung. Die Piratin Marion Schunke hat das angekündigte, wohl nicht so ganz ernst gemeinte Video unter dem Titel „Die Piraten machen Welle…“ online gestellt (auf YouTube unter diesem Link).

"Bodenloser Boden ist keine Straße mehr"

Zwei Minute und 23 Sekunden lang sieht man Pkw, Lkw, BVG-Busse, Radfahrer und sogar einen Fußgänger die Schadenstelle mehr oder weniger elegant passieren, untermalt von Musik. Auch aus Beifahrersicht geht es über den Hulper. „Die Bodenwelle steht für jeden Straßenschaden und jedes einzelne Schlagloch in Spandau“, heißt es im eingeblendeten Text. Und das Video kommt zu dem Schluss: „Bodenloser Boden ist keine Straße mehr.“

Baustellen-Antrag vor zwei Jahren gestellt

Schunke hatte den Antrag auf Beseitigung der Delle gestellt, nachdem auf einen entsprechenden Hinweis ans Bauamt offensichtlich nichts geschah. Tatsächlich war das Tiefbauamt zu diesem Zeitpunkt schon längst selbst über den Hulper gestolpert, sollte die jetzt so viele Wogen verursachende Welle eigentlich vor zwei Jahren geglättet werden, wie der Tagesspiegel auf Nachfrage von Baustadtrat Carsten Röding (CDU) erfuhr. Bereits 2014 wurde die Reparatur der Straße in Auftrag gegeben, vorschriftsmäßig bei der Verkehrslenkung Berlin die Einrichtung einer entsprechenden Baustelle beantragt. Doch auf eine Antwort der nicht gerade für ihre Schnelligkeit bekannten Behörde, die bei der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung angesiedelt ist, wartet der Bezirk bis heute. So spricht Röding von einer „Bodenwelle der Verkehrslenkung“. Dort scheint man ein eigenes Mega-Schlagloch zu haben, in dem solche Anträge im Bodenlosen verschwinden.

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