BVV fordert Maßnahmen nach tödlichem Unfall : Maulbeerallee soll entschärft werden

Die Straße wird immer mehr zur Rennstrecke. Tempo 30 und geänderte Vorfahrt könnten das ändern.

von
Die Maulbeerallee wurde zur Rennstrecke. Foto: During
Die Maulbeerallee wurde zur Rennstrecke.Foto: During

Auf dem Gehsteig ein Herz aus Grablichtern, dazwischen Blumen, Fotos eines jungen Mannes und ein Stofflöwe. „Wir vermissen Dich“, steht auf einem Silberherz und an dem Baum daneben hängt eine rosafarbene Laterne. Hier, zwischen Räcknitzer Steig und Leubnitzer Weg, wurde am 13. Januar ein 19-jähriger Fußgänger beim Versuch, die Fahrbahn der Maulbeerallee zu überqueren, vom BMW eines 23-Jährigen erfasst und so schwer verletzt, dass er wenige Tage später im Krankenhaus starb.

Seitdem die Tempo-30-Regelung aufgehoben und die Maulbeerallee in der Siedlung Heerstraße-Nord zur Vorfahrtsstraße erklärt wurde, ist sie zu einer „gradlinigen Rennstrecke“ geworden, klagt der parteilose Bezirksverordnete Jürgen Kessling. Seit der Aufhebung der Regel rechts vor links würden die Autofahrer noch weniger Rücksicht auf Fußgänger nehmen.

„Hier ist besonders die Verunsicherung bei Kindern und älteren Menschen groß, da sie keinerlei verkehrstechnische Hilfe haben.“ Und das, obwohl sich in unmittelbarer Nähe drei Kindertagesstätten, eine Schule und ein Seniorenwohnhaus befinden.

Ein Herz aus Grablichtern für den getöteten Fußgänger auf dem Gehsteig an der Unfallstelle. Foto: During
Ein Herz aus Grablichtern für den getöteten Fußgänger auf dem Gehsteig an der Unfallstelle.Foto: During

Anwohner sammelten Unterschriften

Das Problem sei nicht neu, so die Bezirksverordnete Brünetta Tesch (SPD). Bereits vor Jahren habe die Verkehrslenkung Berlin der Anlage von Zebrastreifen zugestimmt, geschehen sei jedoch nichts. Angesichts der häufigen Staus auf der Heerstraße werde die Maulbeerallee zunehmend als Umfahrung genutzt und nachts regelmäßig zur Rennstrecke.
Anwohner haben bereits mehr als 300 Unterschriften gesammelt, mit denen sie mehr Verkehrssicherheit fordern. Jetzt hat die Bezirksverordnetenversammlung auf Antrag von Kessling einstimmig das Bezirksamt beauftragt, gemeinsam mit allen zuständigen Stellen zu prüfen, wie die Maulbeerallee wieder verkehrssicher gemacht werden kann. Dazu zählen die erneute Einrichtung einer Tempo-30-Zone, die Wiedereinführung der alten Vorfahrtsregelung und die überfällige Anlage von Zebrastreifen.

Raser auch im Pillnitzer Weg

Auch der Pillnitzer Weg wird zunehmend als Umgehungsstrecke für die Staus auf der Heerstraße genutzt, wobei die Autofahrer zum Teil die zulässige Höchstgeschwindigkeit überschreiten. Auf Antrag der SPD beauftragten die Bezirksverordneten einvernehmlich das Bezirksamt, die Möglichkeiten einer Verkehrsberuhigung zu prüfen. Dazu gehören mögliche Einbahnstraßenregelungen sowie Teilsperrungen für den Lkw-Verkehr.

Mehr Spandau im Tagesspiegel? Aber gerne doch! Sie finden uns bei Facebook unter diesem Link, bei Twitter unter @Tsp_Spandau und natürlich unter auf der Tagesspiegel-Seite www.tagesspiegel.de/spandau

Autor

10 Kommentare

Neuester Kommentar
      Kommentar schreiben