Durch den Wald zum Supermarkt : Stolperstrecke für Gehbehinderte

Für Gehbehinderte in Hakenfelde ist der Weg zum Einkauf beschwerlich. Der Ausschuss für Umwelt und Naturschutz fordert jetzt die Befestigung eines Weges durch den Spandauer Stadtforst.

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Durch diesen Wald müssen die Gehbehinderten auf dem Weg zum Supermarkt.
Durch diesen Wald müssen die Gehbehinderten auf dem Weg zum Supermarkt.Foto: During

Seit der Kaisers-Supermarkt Am Forstacker im vergangenen Jahr geschlossen wurde, haben es gehbehinderte Bewohner des Evangelischen Johannesstifts und der Hakenfelder Waldsiedlung schwer bei größeren Einkäufen. Die nächstgelegene Möglichkeit dazu bietet jetzt der Rewe-Supermarkt am Rustweg. Dorthin führt vom Pappelweg aus ein rund 350 Meter langer Waldweg durch den Spandauer Forst. Für Menschen, die auf einen Rollator oder gar einen Rollstuhl angewiesen sind, ist er nur mühselig zu bewältigen.

An der Niederneuendorfer Allee fehlt bisher ein Überweg.
An der Niederneuendorfer Allee fehlt bisher ein Überweg.Foto: During

Das erste Teilstück besteht aus festgetretener, oft aufgeweichter Erde, das zweite aus einem holprigen Steinen, so Konrad Hickel vom Behindertenbeirat. Auch wenn eine Asphaltierung oder zumindest eine Pflasterung schwer durchzusetzen sei müsse eine Möglichkeit zur Befestigung gefunden werden. Wünschenswert wären obendrein eine Beleuchtung und eine Bank zur Rast auf halber Strecke.

Das Anliegen sei „voll nachvollziehbar“ sagte Jochen Liedtke (SPD) doch warnte zugleich vor falschen Hoffnungen. Der Bezirk mit seinen ehrgeizigen Plänen für eine umfassende Barrierefreiheit ist in diesem Fall nicht zuständig. Da es sich um eine gewidmete Waldfläche in einem Landschaftsschutz- und FFH-Gebiet handele dürfte die Forderung bei den Berliner Forsten schwer durchsetzbar sein, befürchten die Verordneten. Dennoch wurde der Antrag der Grünen, das Bezirksamt mit der Aufnahme entsprechender Verhandlungen zu beauftragen, einstimmig angenommen. Demnächst wird sich der Bau- und Verkehrsausschuss auch mit dem Antrag befassen, in der Niederneuendorfer Allee in Höhe des Rewe-Marktes eine Querungshilfe zu installieren.

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