Gartenfeld in Berlin-Spandau : Neues Wohnquartier am Flughafen mit 4000 Wohnungen

Einst saßen hier Siemens und Bosch, hielt hier die S-Bahn. Nun gibt es neue Pläne - und erste Simulationen.

Rainer W. During
So stellen sich die Planer künftig den Winter am Gartenfelder Kanalufer vor.
So stellen sich die Planer künftig den Winter am Gartenfelder Kanalufer vor.Foto: UTB/COBE

In Spandau entsteht ein neues Stadtquartier. Dort, wo sich einst das Siemens-Kabelwerk und das Bosch-Hausgerätewerk befanden, sollen 3000 bis 4000 neue Wohnungen, mehrere Kitas, eine Grundschule, Nahversorgungseinrichtungen und ein kleiner Hafen entstehen. Ehemalige Fabrikhallen sollen zu Kulturstätten umgebaut, das frühere Heizkraftwerk zur Kindertagesstätte werden. Am Donnerstag, dem 10. November, um 17 Uhr werden in der Belgienhalle an der Gartenfelder Straße 28 die Ergebnisse des sogenannten Werkstattverfahrens für das geplante Stadtquartier „Das neue Gartenfeld“ vorgestellt (unter diesem PDF-Link finden Sie die Details der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung).

Wenn TXL geschlossen ist, wird es hier ruhig nahe Wasser und Wald

Beim Wettbewerb für den Masterplan, an dem sich fünf Architektenbüros beteiligten, ging COBE Berlin als Sieger hervor. Auf Basis von deren Entwurf wird die Umgestaltung des 360.000 Quadratmeter großen Areals jetzt detailliert entwickelt. „Unser Plan ist, Baurecht zu schaffen, sobald der Flughafen Tegel geschlossen ist“, so Thomas Bestgen, Geschäftsführer der UTB Projektmanagement GmbH.

Unsere Slideshow: So sah es 1928 in Gartenfeld aus

Ganz in der Nähe liegt der stillgelegte S-Bahnhof Gartenfeld

Wie berichtet ist auch immer mal wieder der Aufbau der S-Bahnstrecke Siemensbahn im Gespräch. Diese endet ganz in der Nähe, am Bahnhof Gartenfeld. Züge fahren hier seit 1980 nicht mehr. Trotzdem muss die Bahn für die verrotteten Anlagen der Siemensbahn kräftig investieren. Um die Verkehrssicherheit zu gewährleisten, gab sie im vergangenen Jahr rund 74.000 Euro aus. Ein Jahr zuvor waren es 47.000 Euro und 2013 kam sie mit rund 12.000 Euro aus, wie die Senatsstadtentwicklungsverwaltung auf eine Anfrage des CDU-Abgeordneten Matthias Brauner mitteilte.

Seit Jahren plant der Senat - jetzt wird es ernst.
Seit Jahren plant der Senat - jetzt wird es ernst.Grafiken: Senatsverwaltung

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Vergessene S-Bahn: Die Siemensbahn in Bildern
Aus dem Urwald runter in ein schwarzes Loch: Am S-Bahnhof Siemensstadt hielt zuletzt 1980 eine Bahn, dann wurde die Trasse bis nach Gartenfeld stillgelegt. Liebe Leserinnen, liebe Leser: Senden Sie Ihre Ruinen-Fotos aus Berlin und Brandenburg an leserbilder@tagesspiegel.de! - Foto: Jan-Paul NachtweyWeitere Bilder anzeigen
1 von 818Nachtwey
14.03.2017 16:38Aus dem Urwald runter in ein schwarzes Loch: Am S-Bahnhof Siemensstadt hielt zuletzt 1980 eine Bahn, dann wurde die Trasse bis...

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