Gefahr der Beschlagnahme von Sporthallen besteht weiter : Bezirk fordert endgültigen Verzicht

Die Sporthallen der Kladower Mary-Poppins-Grundschule und der Hakenfelder Heinrich-Böll-Oberschule stehen weiter auf einer internen Liste des Landeskoordinierungsstabes zur Unterbringung von Flüchtlingen.

Rainer W. During
Die Sporthalle der Mary-Poppins-Grundschule in Kladow.
Die Sporthalle der Mary-Poppins-Grundschule in Kladow.Foto: Tsp

Wie jetzt bekannt wurde, stehen die Sporthallen der Mary-Poppins- und der Heinrich-Böll-Schule weiter auf der Liste des Senats für mögliche Flüchtlingsunterkünfte. Der Bezirk sowie Eltern der Schüler und Sportvereine protestieren. Bezirksbürgermeister Helmut Kleebank (SPD) erklärte: "Ich erwarte, dass der Senat Wort hält und endgültig keine Turnhallen mehr belegt."

Bald 7400 Plätze in Spandau

Spandau habe mit 4700 Plätzen bereits jetzt einen weit überproportionalen Anteil an Flüchtlingen. Darüber hinaus sollen zeitnah die Eventhalle an der Paulsternstraße, ein Hotel am Rohrdamm und eine zusätzliche Traglufthalle auf dem ehemaligen Kasernengelände an der Schmidt-Knobelsdorf-Straße (je 600 Plätze) und der Birkenhof (400 Plätze) belegt und in der früheren Zigarettenfabrik an der Mertensstraße weitere 500 Personen untergebracht werden. Darüber hinaus sind weitere Standorte für Leichtbauhallen, Container oder Traglufthallen im Gespräch.

"Das Belegen von Sporthallen schadet den Kindern und den Sportvereinen. Es gefährdet den Schulabschluss, vor allem das Abitur, zahlreicher Schülerinnen und Schüler. Es schadet der Akzeptanz in Bevölkerung und es schadet der Integration, weil gerade in den Sporthallen zahlreiche Integrationsangebote stattfinden", erklärte Helmut Kleebank. "Ich erwarte vom Berliner Senat, dass er seine Zusagen einhält:

- keine weitere Belegung von Turnhallen, auch nicht in Spandau,
- eine Gleichverteilung von Standorten und Plätzen über die Stadt,
- eine Unterstützung der Bezirke beim Aufbau einer Willkommenskultur entsprechend der Belastung und damit entsprechend der Verteilung in der
Stadt,
- eine Unterstützung der Bezirke bei der Integration der Zugewanderten, die eine echte Steuerung der Integration ermöglicht (da stehen wir erst ganz am Anfang, weil die hohe Anzahl mittlerweile nicht nur eine Frage der Kapazitäten ist, sondern ganz neue Fragestellungen aufwirft, wie nicht nur Köln zeigt. Ein weiteres Beispiel ist die Bekämpfung der organisierten Kriminalität aus Großfamilien heraus)."

Petition von Schulen und Vereinen

Alle betroffenen Schulen und Sportvereine haben inzwischen eine Petition ans Berliner Abgeordnetenhaus gerichtet, in der sie wegen der Bedeutung für den Schul- und Vereinssport ebenfalls einen Verzicht auf die weitere Belegung von Turnhallen fordern.

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