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Berlin-Zehlendorf : Kirche am Wannsee beschmiert

Unbekannte haben am Wochenende die Kirche St. Peter und Paul unter anderem mit dem Wort "Mörder" beschmiert. Es könnte sich um eine Aktion von Tierschützern handeln.

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Die Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe in Berlin-Wannsee.
Die Kirche St. Peter und Paul auf Nikolskoe in Berlin-Wannsee.Foto: Mike Wolff

Unbekannte haben die Kirche St. Peter und Paul am Nikolskoer Weg in Wannsee mit Farbe beschmiert. Die Wände neben der Eingangstür sind mit weißer und mit schwarzer Farbe besprüht. Unter anderem haben die Täter das Wort "Mörder" hinterlassen. Im Eingangsbereich wurde rote Farbe vergossen.

Da sich am Montagabend rund 80 Jäger zum Gottesdienst in der Kirche versammelt haben, geht Küster Hartwig Klipstein davon aus, dass es sich um eine Aktion von Tierschützern handelt. Bereits im vergangenen Jahr hätten sich etwa acht Aktivisten in einer angemeldeten Demonstration vor der Kirche versammelt, als zum Hubertustag am 3. November ein entsprechender Gottesdienst abgehalten wurde. Es handelt sich dabei um einen Dankgottesdienst für den Heiligen Hubertus von Lüttich, Schutzpatron der Jagd. "Die Aktivisten standen hier mit Plakaten. Es war ganz friedlich", sagt der Küster über die Aktion vom vergangenen Jahr.

Klipstein hatte auch die Tat, die die Unbekannten zwischen Sonntag 17 Uhr und Montag 10 Uhr begangen haben müssen, Montagfrüh entdeckt und gegen 15 Uhr angezeigt. Der traditionelle ökumenische Gottesdienst wurde am Montag trotz der Schmierereien plangemäß ab 18 Uhr von einem externen Diakon und einem Pater abgehalten.

Der Pfarrer der Kirche St. Peter und Paul Claus Marcus zeigte sich am Dienstag bestürzt, aber nicht überrascht über die Tat. Er habe schon im Vorfeld angeregt, den Hubertustag nicht mehr mit einem Gottesdienst zu begehen. Er selbst habe vor einigen Jahren einmal einen solchen Gottesdienst gehalten. "Aus Überlegungen zur Ehrfurcht vor dem Leben und dem Umgang mit Tieren habe ich jedoch beschlossen, das in Zukunft nicht mehr zu tun", sagt er. Er sei aber froh gewesen, mit einem Diakon aus Mitte jemanden gefunden zu haben, der eine kritische Predigt gehalten habe.

Seit 1990 ist die Kirche St. Peter und Paul in die Liste des Unesco Weltkulturerbes eingetragen. Welche Maßnahmen für die Beseitigung der Farbe nötig werden, soll am heutigen Dienstag geklärt werden. Der Polizeiliche Staatschutz hat die weiteren Ermittlungen übernommen.




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