Tennis-Club Grün-Weiß Nikolassee : Ein Job wie das Leben

Marco Reichelt wollte Sport studieren und entschied sich für BWL. Das kommt ihm seit 20 Jahren zugute: in seinem Job als Club-Manager von Grün-Weiß Nikolassee. Der Zehlendorf Blog hat ihn besucht.

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Der Tennis-Club Grün-Weiß Nikolassee auf einer Aufnahme von 1929
Der Tennis-Club Grün-Weiß Nikolassee auf einer Aufnahme von 1929Foto: Tennis-Club Grün-Weiß Nikolassee

Das Angebot war interessant, und da er den Sport liebt, hat er spontan zugesagt: Das war vor über 20 Jahren. Seitdem ist Marco Reichelt Club-Manager und Geschäftsführer des Tennis-Club Grün-Weiß Nikolassee. Eigentlich hat Reichelt damals gedacht, er fängt mal an, und dann wird er ganz bestimmt nicht sein ganzes Leben mit diesem Job zubringen. Aber jetzt, wo er darüber nachdenkt, sagt er lachend: „Vielleicht ja doch!“

Ursprünglich kommt Reichelt aus Hamburg, und ausgerechnet dort hat sein Ü40-Team gerade ein Match am Rothenbaum verloren, aber im Grunde ist er ein echter Zehlendorfer Junge, der hier aufgewachsen ist, und schon als Jugendlicher bei Grün-Weiß in Nikolassee spielte. Der Sport war ihm immer wichtig, und deshalb hätte Reichelt auch am liebsten Sport studiert. „Aber wie das so ist mit solchen Wünschen. Dann fragt man sich, was kann ich damit anfangen, außer Lehrer zu werden“, erzählt er. Und deshalb hat sich Reichelt gegen sein Herz und für die vermeintliche Vernunft entschieden und BWL studiert. Und die "Vernunft", die Kenntnisse der Betriebswirtschaft, helfen ihm heute schon.

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Tennis-Club Grün-Weiß Nikolassee
Tennis-Club Grün-Weiß Nikolassee

Aber als er dann bei einer Bank arbeitete, war die Sehnsucht nach dem Sport und nach einer anderen Art der Beschäftigung groß. „Nein, das mit der Bank war nicht wirklich befriedigend“, sagt Reichelt und freut sich noch heute, dass der Tennis-Verein ihm ein Angebot gemacht hat. Als hauptamtlicher Club-Manager muss er zahlreiche Aufgaben erledigen, es gibt in einem Verein immer „Baustellen“, die zu beackern sind.

Einiges liegt schon hinter Reichelt, die Entwicklung des Club-Geländes, der Bau des Vereinsheims, die weitere Infrastruktur, die eigene Halle und vieles mehr. Demnächst geht es um die sanitären Anlagen, und dann, ist sich Reichelt sicher, kommen wieder neue Aufgaben bei der Infrastruktur. Eine ganz andere, aber ebenso wichtige Aufgabe ist der Aufbau und die Weiterentwicklung der Leistungsmannschaften, denn die müssen nicht nur gutes Tennis spielen, sie kosten auch Geld. Die Sponsorensuche gehört jedenfalls zu den schwierigen Aufgaben eines Club-Managers. Und dann ist da noch ein Spagat zu bewältigen, zwischen Leistungssport und Breitensport. "Denn natürlich wollen wir auch ein Verein für die Familie sein, wo man einfach spielen und Spaß haben kann", sagt Reichelt.

Allerdings geht es dem Verein, der auch bundesweit bekannt ist und früher mit Herbert Tuebben sogar einen Davis-Cup-Spieler in den eigenen Reihen hatte, gut. Rund 600 Mitglieder hat Grün-Weiß, das ist beachtlich, und beim letzten Tag der offenen Tür kamen sogar 30 hinzu. Das Vereinsleben funktioniert, auch wenn das gesellige Beisammensein wie in allen Vereinen schwieriger geworden ist, weil vielen die Zeit fehlt.

Zu Pfingsten, vom 15. Mai bis 20. Mai, findet übrigens auch in diesem Jahr das schon traditionelle Senioren-Turnier statt, erstmalig im Rahmen der Dunlop-Senior-Tour. Wer sich über den Klub informieren will, kann dies auf dessen Homepage tun.

Dieser Text erscheint auf dem Zehlendorf Blog, dem Online-Magazin des Tagesspiegels.

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