Berlin : Bezirkspolitik: Kleine Ortsteile erwünscht

Cay Dobberke

Ortsteile sind wichtig, damit sich die Bürger mit ihrer Wohngegend identifizieren können - darin sind sich die Bezirkspolitiker einig. Aus diesem Grund soll der aus Charlottenburg und Wilmersdorf entstandene Großbezirk in der westlichen City nun stärker untergliedert werden. Am 12. Juli wird die BVV in ihrer letzten Sitzung vor der Sommerpause darüber beraten, ob es sechs, neun oder noch mehr Ortsteile geben sollte.

CDU-Verwaltungsstadtrat Klaus-Dieter Gröhler schlägt sechs vor: Charlottenburg, Charlottenburg-Nord, Grunewald, Schmargendorf, Westend und Wilmersdorf. Neu wären dabei Charlottenburg-Nord und Westend. Die SPD plädiert dafür, "weitere Bereiche zu erfassen, zum Beispiel Halensee, Eichkamp und Ruhleben".

Vermutlich hat Gröhlers Vorschlag bessere Chancen. Auf den SPD-Vorstoß reagierten die Fraktionsvorsitzenden der CDU und Grünen skeptisch; allerdings verwiesen sie darauf, dass es sich um ihre "Privatmeinungen" handele und noch interne Beratungen nötig seien. Gegen einen Ortsteil Ruhleben spreche, dass ein Teil davon zu Spandau gehört, finden Marion Halten-Bartels (CDU) und Thomas Birk (Grüne). "Und wenn Eichkamp, warum dann nicht Heerstraße?", fragt Birk. Schließlich gebe es nebenan auch eine Siedlung dieses Namens. Marion Halten-Bartels kann sich zumindest Eichkamp als Ortsteil vorstellen, will sich dafür aber nicht selbst einsetzen.

Stadtrat Gröher sagt, seine Verwaltung habe sich mit dem Thema "intensiv auseinandergesetzt". Die Ortsteile sollten ungefähr gleich groß ausfallen, auch weil sie die Grundlage für Erhebungen des Statistischen Landesamts bildeten. Nur Charlottenburg-Nord würde nach seinem Konzept etwas aus dem Rahmen fallen, da es relativ klein ist.

Im Volksmund bleiben alte Siedlungsnamen wie Eichkamp so oder so erhalten. Das zeigt sich derzeit auch beim Wunsch der Messe, den S-Bahnhof Eichkamp in "Messe Süd" umzubenennen (wir berichteten). Die Siedlergemeinschaft sammelt bereits Protest-Unterschriften.

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