Billigflieger : Ryanair droht mit Abzug aus Berlin

25.09.2010 16:31 Uhr

Europas größter Billigflieger Ryanair droht damit, Berlin künftig nicht mehr anzufliegen. Grund sind die höheren Gebühren, die auf dem neuen Flughafen BBI anfallen könnten.

Ryanair-Chef Michael O'Leary hat auch schon vorgeschlagen, auf den Co-Piloten zu verzichten, und denkt über Stehplätze in seinem Billigfliegern nach. Foto: dpa
Ryanair-Chef Michael O'Leary hat auch schon vorgeschlagen, auf den Co-Piloten zu verzichten, und denkt über Stehplätze in seinem Billigfliegern nach. - Foto: dpa

Zwar hat der Flughafen Berlin Brandenburg International, der im Juni 2012 eröffnet werden soll, noch keine feste Gebührenordnung veröffentlicht. Aber nach Angaben aus Branchenkreisen sollen die Abgaben pro Passagier von bisher im Schnitt 10 auf bis zu 26 Euro steigen. "Wenn das so teuer bleibt wie angekündigt, fliegen wir da künftig nicht mehr hin", sagte Unternehmenschef Michael O'Leary in der "Wirtschaftswoche" laut Vorabbericht.

Zusammen mit der neuen Luftverkehrssteuer könnten für Ryanair die Ausgaben pro Kunde den Angaben zufolge um fast 30 Euro steigen. Das kommt dem durchschnittlichen Ticketpreis des Billigfliegers von 35 Euro sehr nahe. "So können wir unsere Passagiere nicht schröpfen", sagte der Ryanair-Chef dem Blatt.

Bei den Berliner Flughäfen nimmt die Angelegenheit der Zeitung zufolge gelassen. "Noch sind wir in Verhandlungen", sagte ein Sprecher dem Blatt. Zudem plane der Flughafen den Bau eines Terminals für Billigflieger, wo die Gebühren wahrscheinlich niedriger seien als in den beiden anderen Abfertigungsgebäuden. Doch das ist O'Leary offenbar nicht günstig genug. Nach Informationen von Branchenexperten landen die Maschinen seiner Fluggesellschaft an vielen anderen Airports praktisch gratis. (dapd)

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