Berlin : Bis Sommer 2005 ist der Palast offen Die Kultur darf bis zum Abriss bleiben

Matthias Oloew

Die Ruine des Palasts der Republik darf bis zum Sommer 2005 kulturell genutzt werden. Darauf haben sich am Donnerstag Bundesfinanzministerium, Senatskulturverwaltung und die Staatsministerin für Kultur, Christina Weiss, verständigt. Über den genauen Zeitplan gibt es aber noch keine Vorstellungen. „Der Palast darf genutzt werden, bis der tatsächliche Abriss beginnt“, sagt der Sprecher der Oberfinanzdirektion (OFD), Helmut John, „das kann Mitte Juni, vielleicht auch Mitte Juli 2005 bedeuten.“ Die OFD verwaltet die Liegenschaften des Bundes und somit auch die Palast-Ruine.

Bei den Initiatoren des Volkspalasts, die derzeit die Ruine nutzen und bis zum 9. November dieses Jahres einen Mietvertrag haben, löste die Nachricht eine Euphorie aus. „Wir sind überglücklich“, sagte die Aktions-Sprecherin Sylke Bluhm auf Nachfrage. Aber die Freude der Veranstalter könnte verfrüht sein. Denn der Bund sucht einen neuen Mieter. „Es gibt eine Fülle von Bewerbern“, erklärt OFD-Sprecher John. Die jetzigen Mieter hätten nicht unbedingt die besten Karten. Dem Vernehmen nach soll Christina Weiss unzufrieden sein mit der Qualität des kulturellen Programms im so genannten Volkspalast. Dazu wollte ihr Sprecher keine Stellung nehmen. OFD- Sprecher John sagt: „Ein neuer Generalmieter soll mehr Qualität garantieren.“

Das Interesse des Publikums an den Veranstaltungen ist ungebrochen. Nach Angaben der Organisatoren ist seit dem 20. August, als der Volkspalast seine Türen öffnete, alles ausverkauft. In der langen Nacht der Museen schauten 15000 Besucher vorbei. Auch für den „Bal Populaire“ gab es nach kurzer Zeit keine Karten mehr. Um die Verlängerung ihres Mietvertrages würden sich die Volkspalast-Macher in jedem Fall bemühen. Eine Idee, womit sie die Ruine bespielen wollen, haben sie noch nicht. „Wir sind zwar Wahnsinnige, aber keine Zauberer“, so Sprecherin Sylke Bluhm.

Der Abriss des Palasts der Republik ist wegen der Ausschreibungsmodalitäten vom Februar auf den Sommer 2005 verlegt worden. Der genaue Termin steht noch nicht fest.

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