Berlin : Bitte Bewegung

Klaus Kurpjuweit

Ach ja; Verkehrsbetriebe könnten so gut funktionieren, wenn es nur diese verflixten Fahrgäste nicht gäbe. Die wollen nicht einfach nur fahren. Nein, sie wagen es hin und wieder auch noch, Wünsche zu haben. Nach mehr Sicherheit nachts in den Zügen etwa. Oder nach einem Stopp der Fernzüge im Bahnhof Zoo, wo sie immerhin 122 Jahre gehalten haben, bevor Bahnchef Hartmut Mehdorn dies änderte. Aber immerhin: Die BVG, die jahrelang runtergebetet hatte, dass das Fahren in der Nacht objektiv sicher sei und die Fahrgäste nur eine unbegründete subjektive Furcht empfänden, hat unter ihrem neuen Chef die Meinung geändert. Jetzt muss sie nur noch den Senat davon überzeugen. Und das wird nicht einfach, weil es Geld kostet. Was zählen da schon Wünsche der Fahrgäste nach mehr Sicherheit? Wer fahren muss, fährt schließlich auch ohne Wachschutz. Basta. Da scheint die große Bahn schon weiter zu sein. Bei ihr mehren sich die Stimmen, die wollen, dass am Bahnhof Zoo wieder Fernzüge halten. Die Befürworter des Stopps befürchten, dass die fortgesetzten Proteste gegen das Durchfahren der Züge das Image der Bahn nachhaltig ramponieren. Da haben sie sicher Recht. Um den Schaden abzuwenden, könnte es doch leichter fallen, den Wunsch der Kunden zu erfüllen. Herr Mehdorn, bewegen Sie sich, bitte.

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