Berlin : Bitte nicht auf Tiere im Zoo schießen - Anwohner sollten lautstarke Kracher vermeiden

Heidemarie Mazuhn

Im Zoo hofft man, dass die heutige Silvesternacht mit Raketenregen und millionenfachen Böllerschüssen glimpflich an den Tieren und Gebäuden vorbeigeht. Um Unheil vorzubeugen, bat die Zoo-Belegschaft vorsichtshalber in einer Briefwurfsendung die Anwohner der Drake-, Rauch- und Thomas-Dehler-Straße um Einsicht, Silvester besonders lautstarke Kracher nicht zu zünden und Raketen möglichst nicht in Richtung Zoo zu schießen. Genau das könnte unter Umständen böse Folgen haben, sind doch etliche Tiergebäude im Zoologischen Garten mit einem Reetdach gedeckt.

So weit ihm bekannt, sei in den vergangenen Jahren in der Silvesternacht aber nie Derartiges passiert, sagte gestern Zoo-Mitarbeiter Ragnar Kühnel. Extra sei heute Nacht auch niemand im Zoo eingesetzt, der Dienstplan ganz normal besetzt, mit einem Tierarzt in Bereitschaft. Zur Vorsicht kämen aber zusätzlich einige Tiere wie die Bisons und die Hirsche, die sich ansonsten draußen aufhalten, heute Nacht in feste Unterkünfte. Nur das Wassergeflügel kann man nicht reinexpedieren, und auch die Geier müssen draußen bleiben und mit dem nächtlichen Lärm fertig werden. Die sicher auftretende Geruchsbelästigung durch Pulver und Rauch betrifft die Vögel nicht.

Andere Zoo-Tiere aber um so mehr. Vor allem Raubtiere, Antilopen und Pferde können unter starkem Brand- und Pulvergeruch leiden. Sie empfinden die Situation als bedrohlich und werden unruhig. "Aber diese Tiere sind alle drinnen und bekommen vom Spektakel nichts mit", sagte Kühnel. Viel schlimmer sei es für die heimischen Singvögel draußen im Tiergarten. Wenn es neben so einem Vogel im Baum knallt und zischt, kann er orientierungslos werden.

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