Berlin : Blaue Augen, aber auch Erfolge

Was Leser über Zivilcourage im Alltag sagen

Wolf Streubel

Es kostet zweifellos Überwindung, solche Typen mit unsozialem Verhalten anzusprechen. Umso mehr Hochachtung habe ich, wenn es trotzdem jemand macht. Sie sollten sich nicht entmutigen lassen! Ich selbst mache in derartigen Fällen auch meistens den Mund auf und kann nicht nur über Misserfolge berichten.

Ich kann Araber und Türken nicht erziehen, da in ihrer Heimat nur die Gewalt zählt. Ich möchte nicht mit dem Messer attackiert werden und muss mich mit Provokationen und Zerstörung abfinden. Die Erziehung sieht in anderen Kulturen und bei Familienclans anders aus als bei uns. Wo deutsche Lehrer, Justiz und Polizei kapitulieren, kann ich als Bürger dieses Landes nur verzweifeln. M. Will

Wie viele andere BVG-Nutzer kenne ich die von Ihnen beschriebene Situation. Mir kam die Idee, die Jugendlichen zu fragen, aus welchem arabischen Land sie denn kommen, ob sie schon dort waren, wie sie heißen. Ich denke, derartige Reaktionen haben den Vorteil, dass sie die Jugendlichen überraschen, weil sie auf Aggressivität und die entsprechenden Reaktionen eingestellt sind. Vielleicht wird ihnen mit einer sachlichen Reaktion so der Wind aus den Segeln genommen. A. Ezzeldin, Wilmersdorf

Es ist vollkommen richtig, wie Sie reagiert haben. Ich habe es schon getan und würde es auch jederzeit wieder machen. Nur mit solchem Verhalten können wir verhindern, dass zum einen Neonazis und zum anderen Migrantenkinder ihr aus falschem Ehrgefühl oder was auch immer resultierendes Selbstbewusstsein „ausleben“. Wolfram Beer

Ich finde es gut und richtig, dass Gerd Nowakowski etwas gesagt hat und – dass er es ruhig gesagt hat. Auch, finde ich, sollte man die Jugendlichen trotz ihres flegelhaften Verhaltens siezen, erstens, um sich korrekt zu verhalten, aber auch, um vorzumachen, wie Umgang miteinander sein sollte. Und auf die ungeheuerliche und vermutlich nur provokativ gemeinte Aussage „… wir sind Araber“ könnte man durchaus ernsthaft zurückfragen: „Wollen Sie denn, dass man hier denkt, Araber seien schmutzig? Wollen Sie wirklich, dass man ein solches Bild von Arabern bekommt?“ Ja, ich weiß, ich sitze hier im sicheren Sessel. Aber sollte es nicht gerade denen, die sich ihrem Herkunftsland eng verbunden fühlen, eine Ehre sein, etwas für ihr Land zu tun und es würdig zu repräsentieren? Christine Pilot, Schmargendorf

Die rücksichtslose Dreistigkeit arabischer Kinder und Jugendlicher im öffentlichen Raum kann einen zivilisierten Bürger dieser Stadt einfach nicht kaltlassen ! Übrigens ist mir solches Verhalten bei türkischen Jugendlichen weniger, bei asiatischen Jugendlichen so gut wie noch nie aufgefallen. Die Gesellschaft muss diesen Menschen ihre Grenzen deutlich machen. Und die Gesellschaft ist jeder Einzelne. In meinem Falle endetete die Begebenheit mit einem blauen Auge meinerseits. Aber auch mit einer Portion Genugtuung! Uli Welmering, Friedenau

Man ist über so viel Unverschämtheit verärgert und wütend und stellt gleichzeitig fest, dass man letztendlich nicht in der Lage ist, dieser Verrohung entsprechend Einhalt zu gebieten. Man läuft Gefahr, zusammengeschlagen zu werden. Das passiert, wenn die Entwicklung einer Gesellschaft und die Folgen, die entstehen, jahrelang verschlafen und ignoriert werden. Ehrlich gesagt, ich hätte nichts gemacht und wär an der nächsten Haltestelle sofort ausgestiegen! Diese Jugendlichen sind tickende Zeitbomben. Solange in dieser Stadt ein Rechtssystem herrscht, das gerade jugendliche Straftäter schützt und in dem die Opfer keine Beachtung finden, schütze ich mich erst mal selbst, indem ich mich sofort entferne. Und diesen Rat gebe ich auch permanent meinen Kindern. Sabine Kuniß

Meine Antwort, die mir doppelt peinlich ist: 1. Ja, bei den geschilderten Jungmannen hätte ich den Mund gehalten, aber 2. bei zwei türkischen Mädchen (ca. 16 Jahre alt) habe ich (betont ruhig) den Mund aufgemacht. Ich mache nur dann den Mund auf, wenn ich die Chance habe, mich (65) notfalls körperlich zu behaupten. Ulrich Waack, Lichtenrade

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