• Bolzplatz soll Parkplätzen weichen Quartiermanager spricht von „Schildbürgerstreich“

Berlin : Bolzplatz soll Parkplätzen weichen Quartiermanager spricht von „Schildbürgerstreich“

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„Der Platz gehört uns!“: Ali und Ahmed sind sauer. Ihr Bolzplatz in der Pohlstraße bei den UBahn-Bögen soll einem Parkplatz weichen. Das Grundstück und die dahinter liegende Halle werden vom Liegenschaftsfonds verwaltet. Für die Halle wurde nun ein Mieter gefunden, der einen Discounter errichten will. Das Problem: Der Halle fehlen Zufahrtsweg und Parkplätze. „Ein Schildbürgerstreich“, sagt Lutz Sepke vom Quartiersmanagement Magdeburger Platz.

Grillen, Fußballspielen, BMX-Radfahren: Täglich wird das Grundstück von den Kindern und Jugendlichen des Jugendtreffs Subway genutzt. 33 000 Euro hat das Quartiersmanagement in den letzen vier Jahren für den Platz ausgegeben, ein Ballfangzaun, gemauerte Bänke, Holzpalisaden und ein Grillplatz wurden errichtet. Plätze wie dieser sind in Tiergarten-Süd selten. Heute ist das Gelände eines der wenigen gepflegten Grundstücke an diesem Ende der Pohlstraße. „Uns war klar, dass es sich nur um eine vorübergehende Nutzung handelt“, sagt Sepke. Allerdings habe man vor vier Jahren mit einem Weiterbau der Häuser gerechnet und nicht mit Parkplätzen.

„Es wäre eine ganz schlimme Sache, wenn der Platz geschlossen wird“, sagt auch Dorothee Dubrau, die Stadträtin für Stadtentwicklung in Mitte. Jetzt prüft sie, ob man die vorgeschriebenen Parkplätze auch auf dem Grundstück an der Flottwellstraße errichten kann. Eine andere Chance: Der Platz wird dem Liegenschaftsfonds entzogen und wieder vom Bezirk verwaltet. „Wenn uns ein Grundstück übertragen wird, müssen wir es vermarkten und werden an wirtschaftlichen Ergebnissen gemessen“, sagt Anette Mischler, Sprecherin des Liegenschaftfonds. Ob ein Grundstück zur Vermarktung freigegeben wird, ist eine politische Entscheidung und wird nicht vom Liegenschaftsfonds entschieden. Auf die politische Entscheidung hoffen alle Beteiligten. „Die Finanzen sind das Problem“, sagt Dubrau. Bei knappen Kassen haben Mieteinnahmen einen hohen Stellenwert für den Bezirk. Kein Argument für Lutz Sepke: „Bis heute hat allein der Stadtteilverein Tiergarten die laufenden Kosten für den Platz übernommen.“ ffa

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