Brand in Oranienburg : Feuerwehr steht in Flammen

Das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr Germendorf brannte lichterloh - Feuerwehrleute retteten noch ein Löschfahrzeug und einen Bulli aus den Flammen.

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Foto: dpa

Etliche Berliner sahen das Feuer beim Vorbeifahren, doch sie ahnten nicht, was da in Oranienburg brannte: Im Ortsteil Germendorf stand Sonntagfrüh das Gerätehaus der Freiwilligen Feuerwehr in Flammen. Einige der Feuerwehrleute konnten noch ein Löschfahrzeug, einen Mannschaftstransportwagen und einige Ausrüstungsgegenstände retten. Selbst löschen ging ja nicht, die hauptamtlichen Kollegen von der Feuerwehr in Oranienburg kamen zur Hilfe.

Rauchgasvergiftung erlitten

Einige der freiwilligen Feuerwehrleute wurden wegen Verdachts auf Rauchgasvergiftung behandelt.
Am Tage waren nun die Kriminalpolizei, Feuerwehrexperten und auch der Stadtbrandmeister vor Ort, war in der Feuerwache Oranienburg zu erfahren. Die Fachleute überprüften auch die sichergestellten Fahrzeuge, Helme und Kleidungsstücke nach Hinweisspuren.

Die Kripo ermittelt

Der Brand soll möglicherweise im Verwaltungstrakt ausgebrochen sein, natürlich werde, wie in solchen Fällen üblich, auch auf Brandstiftung hin untersucht. In Oranienburg nördlich von Berlin arbeiten im Löschzug eins rund 25 hauptamtliche Feuerwehrleute in drei Schichten. Zudem sind 250 Freiwillige Feuerwehrleute in neun Löschzügen aktiv. Alle zusammen sind für ein Gebiet von rund 162,4 Quadratkilometern mit mehr als 43 000 Einwohnern zuständig und absolvieren durchschnittlich knapp 700 Einsätze pro Jahr.

Arbeitgeber stellen Freiwillige seltener frei

„Es wird aber immer schwieriger, die Löschzüge zu besetzen. Die Kameraden werden immer öfter von den Chefs tagsüber nicht einfach schnell von der Arbeit freigestellt“, heißt es auch der Wache in Oranienburg. Dieses Problem ist in ganz Brandenburg erkannt, in dem Bundesstaat, der bei Rettungsdienst und Löscharbeiten hauptsächlich von ehrenamtlich aktiven, Freiwilligen Feuerwehrleute abhängig ist. Daher gab es zuletzt intensive Kooperationen mit den Innenbehörden, den Feuerwehrwehrakademien und Arbeitgebern, um die Freistellung der Ehrenamtlichen auch künftig zu stärken.

Feuerwehrleute zündelten

Mitunter verursachen aber auch Freiwillige Retter selbst Negativmeldungen. So wurden gerade vier Feuerwehrleute als Tatverdächtige festgenommen, die in der Umgebung von Ahrensburg in Schleswig-Holstein seit Sommer 2013 einen Teil der 117 Brände mit einem Schaden von mehr als einer Million Euro gelegt haben sollen. Als Motiv wird Geltungssucht vermutet – wenn die Feuerwehrmänner früh an den Brandorten waren, wollten sie die Anerkennung ihrer Kameraden erlangen. Solche Vorfälle hat es auch in Berlin und Brandenburg immer mal wieder gegeben.

So waren zwei Autobrandstifter Anfang Januar 2013 in Hellersdorf gefasst worden, selbst Mitglieder der Hellersdorfer Jugendfeuerwehr. Ein 17-Jähriger und ein 15-Jähriger hatten vier Taten gestanden.

Brand bei Schweinezuchtanlage

In Lanke bei Bernau, ebenfalls im Norden von Berlin, gab es Sonntagfrüh ein weiteres Feuer. Dort stand eine Scheune in einer Schweinezuchtanlage in Flammen. In der Halle sollen sich neben Fahrzeugen und Gerätschaften auch ein Strohballenlager befunden haben. Autofahrer wurden am Sonntagmorgen aufgefordert, das Gebiet zu umfahren. Auch bei diesem Feuer ermittelt jetzt die Kriminalpolizei die Ursache.

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