BRAUNKOHLE : Gut bezahlte Arbeitsplätze

WICHTIGER BRENNSTOFF

Jede vierte Kilowattstunde Strom, die in Deutschland verbraucht wird, stammt aus der Braunkohle. Zuletzt mit steigender Tendenz, was unter anderem an der Inbetriebnahme neuer Kraftwerke im sächsischen Boxberg und im Rheinland lag. In allen vier deutschen Braunkohlegebieten wurden im vergangenen Jahr gut 185 Millionen Tonnen gefördert – fünf Prozent mehr als 2011. Gut ein Drittel dieser Fördermenge stammt aus der Lausitz, wo die Vattenfall Europe Mining, eine Tochter des schwedischen Staatskonzerns Vattenfall, fördert. In den Kraftwerken der Schwestergesellschaft Vattenfall Europe Generation wird die Kohle verstromt. Der Brennstoff aus insgesamt fünf Tagebauen wird im Wesentlichen in vier Kraftwerken verfeuert: Das größte ist Jänschwalde, gefolgt von Boxberg, Schwarze Pumpe und Lippendorf bei Leipzig. Das Geschäft mit der Braunkohle ist gerade in der Lausitz profitabel, weil hier „die Arbeitsgänge Gewinnen, Fördern und Verkippen in einem Geräteverband“ möglich sind, wie es bei Vattenfall heißt. Und direkt nebenan steht das Kraftwerk. Der Großteil des Vattenfall-Gewinns stammt aus der Lausitz.

30 000 ARBEITSPLÄTZE

Die Braunkohleunternehmen zählen zu den größten Arbeitgebern Ostdeutschlands. Direkt mit Förderung und Verbrennung sind mehr als 8000 Menschen befasst. Nach einer Analyse des Forschungsinstituts Prognos verdienten die im Jahr 2010 im Schnitt 47 540 Euro – das ist deutlich mehr als der ostdeutsche Durchschnitt. Die durch diese Einkommen induzierte Konsumnachfrage schafft weitere 3100 Arbeitsplätze. Doch noch wichtiger sind die vor- und nachgelagerten Wirtschaftsbereiche, also Maschinen-, Fahrzeug- und Werkzeugbau, Reparaturdienstleistungen, Handel und elektrotechnisches Gerät. Die Arbeitsplätze in diesen Bereichen gibt Prognos mit gut 16 500 an. Alles in allem hängen rund 30 000 Arbeitsplätze an der ostdeutschen Braunkohle, der ganz überwiegende Teil davon in Brandenburg.

PERSPEKTIVE OHNE CCS?

Braunkohle ist der schmutzigste Brennstoff überhaupt. Um das Geschäft trotzdem langfristig zu sichern, hat Vattenfall schon vor einigen Jahren eine Pilotanlage zur Abtrennung von CO2 in Schwarze Pumpe in Betrieb genommen und wollte bis 2018 in Jänschwalde ein CCS-Kraftwerk bauen. Die Pläne liegen auf Eis, weil die Widerstände gegen die Speicherung des Kohlendioxid zu groß sind. Dennoch wird die Kohle gebraucht, da 2022 das letzte Akw in Deutschland abgestellt wird. Aber nach 2030 wird es schwierig: „Das Beschäftigungsniveau kann nur mit einem umfangreichen CCS-Ausbau annähernd gehalten werden“, meint zum Beispiel Prognos. alf

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