Berlin : Brief an Schäuble löst Fehlalarm aus Polizeieinsatz wegen verdächtiger Sendung

Ein an Finanzminister Wolfgang Schäuble adressierter verdächtiger Brief hat gestern Mittag einen größeren Polizeieinsatz ausgelöst. Ein Postbote fand das dicke Kuvert in der Tempelhofer Friedrich-Wilhelm-Straße in seinem Handkarren. Da das Finanzministerium jedoch in der Wilhelmstraße in Mitte ist, der Brief keinen Absender und keine Briefmarke hatte, rief der Zusteller die Polizei. Wie üblich rückte das Entschärferteam des Landeskriminalamtes aus. Mit einem Röntgengerät wurde der Brief an Ort und Stelle durchleuchtet. Da kein Sprengstoff drin war, wurde der Brief geöffnet – er enthielt eine Audiokassette.

Wie der Brief in den Karren des Tempelhofer Zustellers kam, ist unklar. Möglicherweise hat ein Unbekannter ihn einfach in den unbeaufsichtigten Karren gelegt, oder die beiden Straßen sind wirklich von der Post verwechselt worden. Möglicherweise hat ein Kollege des Postboten sich nur einen Spaß erlaubt.

Der Umschlag mit der Kassette wurde vom LKA sichergestellt. Ob sich die Ermittler die Kassette anhören dürfen, solle in Rücksprache mit dem Finanzminister geklärt werden, hieß es.

Angestellte der Post sind mittlerweile trainiert im Erkennen verdächtiger Sendungen. So gilt ein fehlender Absender als Indiz. Erst Anfang des Monats hatte ein Brief in einem Postamt einen Einsatz ausgelöst, der durch einen Fehler in das Fach für das Polizeipräsidium geraten war. Da der Brief keinen Absender hatte und merkwürdig roch, rückte die Polizei an. Die Lösung: Es war ein Liebesbrief, der mit Parfüm getränkt war. Einen Tag zuvor war im Bundeskanzleramt das Sprengstoffpaket im Bundeskanzleramt entdeckt und von Spezialisten entschärft worden. Wie berichtet, hatten griechische Linksextremisten das Paket verschickt. Ha

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